20.04.2021 19:33 |

Wirte wehren sich

Gastro will Gäste im Freien ohne Test bewirten

Erste Lockerungen Mitte Mai sollen mit Zutrittstests möglich sein. Die soll es nicht im Handel, wohl aber in Lokalen und Co. geben. Der Handel begrüßt den Verzicht auf Zutrittstests, aber Gastro-Vertreter stellten klar: Sie wollen Gäste im Freien ohne Test bewirten dürfen. FPÖ-Chef Norbert Hofer sprach mit Blick auf die Eintrittstests von einem „Todesstoß für Gastro und Kultur“, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig will indessen weiterhin „sehr vorsichtig“ agieren, was Öffnungsschritte betrifft.

Einen „ersten Öffnungsschritt“ gleichzeitig für alle Bereiche soll es Mitte Mai geben, denn „alle brauchen einen Schritt in Richtung Normalität“, propagierte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag im ORF-Radio einmal mehr Lockerungen in greifbarer Nähe. Nachsatz: „Allerdings werden diese Öffnungen selbstverständlich mit sehr strengen Sicherheitskonzepten verbunden sein müssen.“

Zutrittstests im Handel wird es nicht geben, aber für „andere Bereiche wie Tourismus oder Gastronomie natürlich“. Mitarbeiter werden ebenso Tests machen müssen wie Gäste, die „ins Konzert oder ins Theater gehen oder auf Urlaub fahren wollen“, so Kurz. Den 17. Mai will der Kanzler noch nicht als Öffnungsdatum bestätigen. Die Öffnungskommission erarbeite gerade noch einen entsprechenden Plan, Ende dieser Woche soll dieser präsentiert werden.

Für den Handel war das „eine sehr gute Nachricht“, so WKO-Bundesspartenobmann Rainer Trefelik. Es zeige, dass man aufzeigen konnte, wie komplex und schwierig Testungen im Handel gewesen wären, außerdem „hat der Handel ja Sicherheitskonzepte“.

Wirte fühlen sich ungerecht behandelt
In der Gastronomie geht man von gleichzeitigen Öffnungsschritten für die Innen- wie Außenbereiche aus: Anderes hätte, betriebswirtschaftlich gesehen, keinen Sinn, sagt Sprecher Mario Pulker. Bezüglich Zutrittstests fühlten sich „viele Gastronomen ungerecht behandelt“. Man wolle nicht Branchen gegeneinander ausspielen, so Pulker, aber für die Außenbereiche der Gastro müsste Gleiches wie für den Handel gelten, damit Spontankäufe auch in der Gastronomie möglich seien.

Weiters wünschen sich die Gastronomen eine verlängerte Sperrstunde bis 23 Uhr und einen Zeithorizont für weitere Schritte, wann etwa auch die Nachtgastronomie wieder öffnen kann.

Hofer warnt vor „massiven Pleitewelle“ wegen Eintrittstests
„Eintrittstests für Gastronomie und Kulturbetriebe werden eine massive Pleitewelle zur Folge haben. Vor allem Cafés und kleine Lokale, die von Laufkundschaft leben, werden dadurch in den Ruin getrieben“, ließ FPÖ-Obmann Norbert Hofer kein gutes Haar an den geplanten Eintrittstests.

Einziger Profiteur, so Hofer, sei „die gehobene Gastronomie, wo ein Besuch zumeist geplant wird und wo man auch den Corona-Test davor einplanen kann“. Hofer erneuerte die Position der FPÖ: „Wir sind für ein breites Testangebot, das auf Freiwilligkeit basiert, aber klar gegen Eintrittstests“. Die im Sommer des Vorjahres in der Gastronomie und bei Kulturbetrieben entwickelten und bestens erprobten Corona-Sicherheitskonzepte seien ausreichend.

Ludwig: „Sehr vorsichtig, was Öffnungen betrifft“
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig will indessen „sehr vorsichtig, was Öffnungen betrifft“ bleiben. Er werde „dann Öffnungsschritte mitverantworten, wenn es die Situation in den Spitälern, insbesondere auf den Intensivstationen zulässt“, stellte der Bürgermeister klar.

Am 25. April werden die Schulen wieder aufsperren, bis 2. Mai gilt noch der strenge Lockdown. Wie es danach weitergeht, soll in jedem Fall vor dem 2. Mai entschieden werden, betonte Ludwig, damit die Menschen Planungssicherheit haben.

Silvia Schober
Silvia Schober
Harald Dragan
Harald Dragan
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