03.03.2021 11:55 |

krone.at-Kolumne

Verlängerung des Lockdowns durch die Hintertür!

Es ist ja ganz lieb, wenn der getestete Österreicher ab Ende März sein Bier im Schanigarten trinken darf. Das ist vielleicht ein kleines Oster-Zuckerl, die versprochene Auferstehung ist das aber nicht. Im Gegenteil: Lockerungen am Monatsende bedeuten vielmehr, dass der Lockdown light bis dahin gilt - diese Information ist nur gut getarnt.

Eines vorweg: Die türkis-grüne Bundesregierung ist nicht um ihren Job zu beneiden. In der Corona-Krise kann man vieles falsch und nur weniges richtig machen, die öffentliche Schelte ist Kurz und Co. nach jedem Tritt vor die Kamera gewiss. Weil die Maßnahmen alle betreffen, weiß es nämlich ein Jeder besser. Das macht die Arbeit der Politiker sicherlich zäh.

Herausgekommen ist ein müder Kompromiss
So wurde auch die Diskussion rund um die Öffnung der Gastronomie zu einem Tauziehen der Meinungen. Während die Landeshauptleute und der Kanzler selbst für sanfte Öffnungen plädierten, legte sich vor allem der Gesundheitsminister in Sachen schneller Lockerungen quer. Herausgekommen ist letzten Endes ein müder Kompromiss mit Mini-Öffnung. Die negative Grundstimmung wird das jedenfalls nicht heben.

Vorfreude auf Bier im Freien übertüncht eine weit wichtigere Information …
Natürlich ist das Schanigartensitzen per Ende März ja ganz nett. Trotz nötigem Eintrittstest lässt das zumindest einen Funken Hoffnung aufkommen, dass es im Frühling wieder ein Stückchen Normalität geben kann. Auf den zweiten Blick hat diese Minimalöffnung aber auch etwas Perfides: Die Vorfreude auf ein kühles Bier im Freien übertüncht nämlich die weit wichtigere Information, dass die aktuellen Einschränkungen noch bis Monatsende gelten werden. Es ist eine Verlängerung des Lockdown light durch die Hintertür!

Die meisten haben Verständnis für die Verlängerung
Angesichts der konstant hohen Infektionszahlen ist das offenbar auch so notwendig. Die Lage ist bei Gott noch nicht so entspannt, dass sich die Rückkehr zu einem Leben vor Corona ohne herbe Verluste ausgeht. Dass angesichts der vielen Erkrankten und der schleppenden Impfungen weitere Einschränkungen in unser aller Leben notwendig sind - dafür haben die allermeisten Verständnis. Man muss es nur auch so ehrlich und schwurbelfrei sagen. Sonst entsteht nur Frust.

Statt Bier im Schanigarten braucht es reinen Wein
Denn die inszenierte Präsentation von Pseudo-Öffnungen in ein paar Wochen lockt keinen hinter dem Ofen hervor. Das Foppen verstärkt nur die Wurschtigkeit für die Einhaltung der Maßnahmen und die Regierung läuft irgendwann Gefahr, nicht mehr ernst genommen zu werden. Deswegen ist es wichtig, dass man der Bevölkerung schonungslos reinen Wein einschenkt. Und das muss gar nicht im Schanigarten sein.

Katia Wagner
Katia Wagner
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