01.03.2021 18:55 |

Schwerpunkt Outdoor

Öffnung zu Ostern: Kurz setzt auf „Ketchup-Effekt“

Große Öffnungsschritte waren es nicht, die die Regierung am Montag nach Marathon-Verhandlungen mit den Ländern präsentiert hat: Jugend- und Schulsport soll ab 15. März wieder möglich sein, Vorarlberg wird ab diesem Datum aufgrund seiner derzeit günstigen Corona-Lage zum Testgebiet für großflächigere Öffnungen in Kultur und Gastronomie. Bis Ostern sollen die Schanigärten aufsperren dürfen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bat um Verständnis für das aufgrund der steigenden Infektionszahlen langsame Tempo auf dem Weg zurück in die Normalität und setzte seine Hoffnungen auf einen „Ketchup-Effekt“ (erst wenig, dann viel) bei den Impfungen.

Die jüngsten Öffnungsschritte vor drei Wochen - insbesondere Handel und Schulen - haben sich laut Kurz „sehr positiv“ bemerkbar gemacht: „120.000 Menschen wurden wieder in Beschäftigung gebracht, Familien entlastet.“ Das Testsystem funktioniere, Österreich gehöre „zu den Testweltmeistern - mit mehr als zweieinhalb Millionen Tests jede Woche“. Das helfe „enorm, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten“.

Regional abgestuftes Vorgehen: Vorarlberg Vorreiter
Die Kehrseite: „Das Infektionsgeschehen ist wie erwartet gewachsen“, wobei sich von West nach Ost ein „sehr unterschiedliches“ Bild zeige: Im Osten gibt es starke Anstiege, Vorarlberg hat dagegen eine Inzidenz von knapp 70. „Deshalb haben wir uns für ein regional abgestuftes Vorgehen entschieden“, so Kurz. Ganz im Westen sollen in zwei Wochen, am 15. März, die nächsten Schritte in den Bereichen Kultur, Gastronomie und Sport gemacht werden.

„Verdammt langes Jahr mit unglaublichem Verzicht“
„Es ist ein verdammt langes Jahr mit einem unglaublichen Verzicht, jeder sehnt sich sein normales Leben herbei“, äußerte Kurz Verständnis für eine gewisse Müdigkeit nach einem Jahr Pandemie. Zumindest die Schanigärten sollen ab Ostern bundesweit öffnen dürfen, gab er einen - unverbindlichen - Motivationsschub. Die Indoor-Gastronomie soll dann im April folgen, parallel mit Kultur und Tourismus - niedrige Infektionszahlen vorausgesetzt.

„... und dann kommt auf einmal ein ganzer Schwall“
Weitere Motivation zum Durchhalten soll der „Ketchup-Effekt“ bringen, den ihm seine dänische Amtskollegin Mette Frederiksen nahegebracht habe, so Kurz: „Wir kennen die Ketchup-Flaschen, da braucht man oft lange, bis irgendwas rauskommt, und dann kommt auf einmal ein ganzer Schwall.“ So verhalte es sich auch bei den Impfungen: Nach äußerst schleppendem Beginn könne man in Österreich im März mehr als 30.000 Menschen pro Tag impfen, im April würden es „wahrscheinlich schon über 45.000 pro Tag sein“.

Anschober: Eine Million Geimpfte bis Ostern
Hier schloss Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) an: „Die ganz großen Öffnungen“ könne es derzeit nicht geben, seien die Wochen bis Ostern doch „die schwierigste Zeit“. Die Impfung sei „noch nicht komplett ausgerollt“, die Bevölkerung zermürbt, die Zahlen stark steigend. Nach Ostern solle es „schrittweise besser werden“, bis dahin rechne er mit einer Million Geimpften in Österreich. Nicht nur die Alters- und Pflegeheime, auch große Teile des Gesundheitspersonals und der Lehrerschaft sollen dann bereits geimpft sein.

Video: Gesundheitsminister Anschober über die nächsten Wochen

Schwerpunkt auf regionale Hotspots und Prävention am Arbeitsplatz
Die gute Nachricht: „Dort, wo wir bereits durchgeimpft haben, gehen die Zahlen drastisch zurück.“ Schwerpunktkontrollen in regionalen Hotspots, Präventionskonzepte in größeren Betrieben sowie FFP2-Maskenpflicht in jenen Bereichen am Arbeitsplatz, wo bisher bloßer Mund-Nasen-Schutz vorgesehen war, sollen in den kommenden Wochen dabei helfen, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten.

Andreas Barth
Andreas Barth
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