02.03.2021 22:22 |

Besuch in Wien

Schweizer Staatschef an „Grünem Pass“ interessiert

Auch der neue Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin kann sich für einen EU-weiten Impfpass erwärmen. Er findet die Idee eines „Grünen Passes“ „interessant“, ein europäisches Impfzertifikat werde „wahrscheinlich in Zukunft nötig sein, um zu reisen“. Wichtig sei aber, dass hier koordiniert vorgegangen werde, betonte er am Dienstag bei seinem Antrittsbesuch in Wien in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Aufgeschlossen zeigte sich Parmelin auch gegenüber einer Impfstoffproduktion in Europa.

Parmelin regte an, auch die Medikamentenproduktion mitzubedenken und verwies darauf, dass die Schweiz sowie Belgien und auch Deutschland eine starke Pharmaindustrie hätten. Es solle angesichts der Corona-Pandemie und ihren Mutationen Überlegungen geben, wie „können wir in Zukunft in Europa einen starken Standort für solche neuen Herausforderungen“ haben. Er sei überzeugt, „es braucht mehrere Kräfte, mehr Innovation, mehr Initiativen, und das braucht gemeinsame Arbeit, sonst haben wir keine Chance.“

Van der Bellen betonte, dass eine Impfstoffproduktion „keine Produktion von Küchenmessern oder Kartoffeln ist, sondern das ist eine hochkomplexe Angelegenheit“. Europa hätte aber ein Interesse daran, die Impfstoffproduktion zu steigern, „weil wir Mengenprobleme haben“.

Handelsbeziehungen während Pandemie nicht gelitten
Die bilateralen Beziehungen wurde von beiden Staatsoberhäuptern als sehr positiv bezeichnet. Zwischen der Schweiz und Österreich konnte der Personen- und Warenverkehr „zu jeder Zeit aufrechterhalten werden“, erklärte Van der Bellen. Die Handelsbeziehungen hätten während der Pandemie nicht gelitten. Im Gegenteil: „Erstaunlicherweise haben wir ein leichtes Plus festgestellt.“ 65.000 Österreicher, die in der Schweiz leben, bildeten die zweitgrößte Gruppe der Auslandsösterreicher. 9.000 Grenzgänger würden täglich in die Schweiz zur Arbeit pendeln.

Auch Parmelin betonte die Bedeutung dieses Austauschs. Deswegen sei der Raum aus den Schweizer Quarantäneregeln ausgenommen worden. Die Schweizer Regierung habe zudem der Strategischen Partnerschaft mit Österreich am 24. Februar zugestimmt, die Erklärung könne demnächst von den Außenministern beider Länder unterzeichnet werden. Ziel sei, die Kooperation in gewissen Bereichen weiterzuentwickeln.

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