24.02.2021 08:01 |

Experte zuversichtlich

Vakzine lassen sich rasch an Mutationen anpassen

Die aktuellen zur Verfügung stehenden Coronavirus-Impfstoffe können laut Experten relativ rasch an mögliche neue Virusvarianten angepasst werden. Sie könnten dann entweder eine neue oder eine zusätzliche Komponente enthalten, sagte Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts im hessischen Langen in einem Presse-Briefing. Es gebe bereits Vorschläge der EU-Kommission für gesetzliche Regelungen.

„Wenn die durchkommen, werden sie so sein, dass man hier keine Neuzulassung braucht“, so Cichutek. Nach einem neuen Plan seien nur wenige Voraussetzungen für die Genehmigung eines angepassten Impfstoffs nötig. Die Herstellung des neuen Impfstoffs müsse genauso verlaufen wie die des Ausgangsproduktes. Die üblichen Labor- und Tierversuche seien nicht nötig und auch keine großen Studien mit mehreren Tausend Teilnehmern. Bei dem Test werde mithilfe von Blutuntersuchungen die Reaktion des Immunsystems geprüft.

Bei mRNA-Vakzinen Umstellung binnen sechs Wochen
Zumindest bei mRNA-Impfstoffen sei eine Umstellung des Konstrukts innerhalb von sechs Wochen möglich und die Herstellung von Millionen Dosen innerhalb weiterer sechs Wochen, sagte Cichutek. In der Zeit könne bereits die limitierte Prüfung beginnen. Die Zulassung neuer Impfstoffe werde nötig, „wenn tatsächlich die Effektivität der vorhandenen Impfstoffe, die genutzt werden, stark zurückgeht und man da einen starken Einbruch vernimmt“, sagte Cichutek.

Video: So wirken mRNA-Impfstoffe

Nach Ansicht von Ugur Sahin (Bild unten), dem Vorstandsvorsitzenden des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech, ist nicht immer ein stark geänderter Covid-19-Impfstoff nötig, man könne auch mit Wirkungsverstärkung bessere Ergebnisse erzielen. Denkbar ist laut Cichutek auch der Einsatz verschiedener Impfstoffe hintereinander bei einem Impfling.

Experte: „Wir haben ganz gute Tools“
„Wir haben ganz gute Tools, um Schritt zu halten mit der Pandemie“, sagte Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und betonte: „Wenn es kein großes Infektionsgeschehen gibt, dann gibt es auch weniger Mutationen.“ Daher sei es wichtig, dass die Impfstoffe auch außerhalb der Industrienationen verteilt werden. „Sonst kommt das Problem auf uns zu, weil es halt wieder eingetragen wird.“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das geplante Zulassungsverfahren kürzlich mit jenem für Grippe-Impfstoffe verglichen, die auch Jahr für Jahr angepasst werden müssen.

Quelle: APA/dpa

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