Gespräche gestoppt

Google blitzt bei Groupon trotz Milliardengebot ab

Web
06.12.2010 10:26
Sechs Milliarden Dollar reichten nicht: Google ist bei der Schnäppchen-Website Groupon mit einem Kaufangebot abgeblitzt. Die Gespräche seien abgebrochen worden, berichteten unter anderem die "New York Times" und das "Wall Street Journal" am Wochenende. Den Berichten zufolge hatte Google für Groupon 5,3 Milliarden Dollar (4 Milliarden Euro) plus eine ergebnisabhängige Zusatzzahlung von 700 Millionen Dollar geboten.

Groupon ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Die Grundidee der Website ist, dass es einen Vorteilspreis gibt, wenn eine Mindestanzahl von Käufern etwa für einen Restaurant-Gutschein oder ein Wellness-Angebot erreicht wird. Wird die Käuferanzahl verfehlt, findet der Deal nicht statt. Bei Groupon lande normalerweise etwa die Hälfte des Gutscheinpreises, hieß es. Daher sei das Startup nach wenigen Monaten profitabel gewesen. Die jährlichen Erlöse werden nach jüngsten Angaben auf bis zu eine Milliarde Dollar geschätzt, die Zahl der Mitglieder auf bis zu 35 Millionen.

Google war den Berichten zufolge sehr an Groupon interessiert, um sein Geschäft mit lokalen Angebote zu verstärken. Der Konzern verdient sein Geld immer noch vor allem mit den kleinen Werbeanzeigen, die im Umfeld der Internetsuche eingeblendet werden, versucht seit Jahren jedoch, sein Geschäft auf andere Bereiche auszuweiten. Sein bisher größter Zukauf war die Übernahme der Online-Werbefirma DoubleClick für 3,1 Milliarden Dollar im Jahr 2007.

Groupon prüfe nun weiter Alternativen wie einen Börsengang oder eine größere Investition ohne Komplettverkauf, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Zuletzt hatte sich auf diese Weise der Groupon-Konkurrent LivingSocial 175 Millionen Dollar vom weltgrößten Online-Händler Amazon gesichert.

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