04.02.2021 09:29 |

„Sputnik V“ am Start?

Kurz: Keine Tabus bei Impfstoff-Zulassung

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) plädiert dafür, dass es bei der Frage der Zulassung von Impfstoffen „keine geopolitischen Tabus“ geben dürfe. „Die Europäische Arzneimittel-Agentur sollte natürlich auch die Zulassung von chinesischen Impfstoffen oder des russischen Impfstoffs prüfen“, sobald diese den Antrag gestellt hätten, erklärte Kurz.

„Im Kampf gegen die Pandemie ist jeder zusätzliche Impfstoff, der wirksam ist und zugelassen wird, wichtig“, so der Bundeskanzler. Die Erfolge der Unternehmen Biontech/Pfizer und Moderna bei der Entwicklung von Impfstoffen seien genauso bedeutsam wie jene von AstraZeneca oder von russischen oder chinesischen Unternehmen. „Nur gemeinsam durch internationale Zusammenarbeit werden wir diese Pandemie besiegen können“, betonte Kurz.

Von der Leyen offen für „Sputnik“-Zulassung
Erst am Dienstag hatte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen offen für eine mögliche Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union gezeigt. Wenn die russischen ebenso wie die chinesischen Hersteller Transparenz zeigten und „alle Daten“ zu ihren Vakzinen offenlegten, könnten sie möglicherweise Zulassungen erhalten, wurde von der Leyen zitiert.

Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent
Eine am Dienstag veröffentliche Studie hatte ergeben, dass „Sputnik V“ zu mehr als 90 Prozent wirksam ist. Laut der von der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Untersuchung schützte das Vakzin in der dritten und letzten Phase der klinischen Studien 91,6 Prozent der Probanden vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung. Nach Angaben der Autoren wurde der Impfstoff von den Studienteilnehmern zudem gut vertragen.

Russland hatte bereits im Dezember damit begonnen, Risikogruppen mit „Sputnik V“ zu impfen, und im Jänner seine großangelegte Impfkampagne gestartet. Zugelassen worden war das vom Gamaleja-Forschungszentrum entwickelte und nach einem sowjetischen Satelliten benannte Vakzin in Russland schon im August - noch vor Abschluss der finalen Studien. Dieses Vorgehen war international auf scharfe Kritik und Vorbehalte gestoßen.

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