Grund für den verordneten Boxenstopp war die angeblich unbeabsichtigte Speicherung von möglicherweise auch personenbezogenen WLAN-Daten beim Abfilmen der Straßen. Das Unternehmen habe nun aber nachweisen können, dass die umstrittenen Daten für andere Projekte gesammelt worden sind. Künftig werde man auch darauf verzichten, mit den Street-View-Autos diese Informationen einzuholen. Die bisher gesammelten Daten seien Google zufolge bereits gelöscht worden.
Theoretisch könnte Google nun die Autos wieder auf Fahrt schicken. Für ein Registrierungsverfahren muss das Unternehmen allerdings in den kommenden vier Wochen Präzisierungsdaten nachliefern. Zwar hat dieser Bescheid der Kommission keine aufschiebende Wirkung, aber die Sprecherin geht davon aus, dass Google der Aufforderung nachkommen werde.
Autos waren schon monatelang unterwegs
Der Suchmaschinen-Anbieter hatte vor dem Stopp monatelang spezielle Kameraautos durch Österreich geschickt. Mit diesen Wagen fotografiert Google Straßenzüge, die dann in Street View abrufbar sind. In Europa gab es bereits mehrfach Proteste von Anrainern, auch in der oberösterreichischen Stadt Steyregg, wo ein Pensionist Anfang April versuchte, ein Kamera-Auto mit einer Spitzhacke zu verjagen.
Weniger Glück als in der Auseinandersetzung mit der österreichischen Datenschutzkommission hatte Google am Dienstag bei der EU. Dort stößt der Gigant wegen seines Quasimonopols bei der Internetsuche auf Widerstand. Die EU-Kommission beschloss daher, wegen des möglichen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung ein kartellrechtliches Prüfverfahren gegen den Internetkonzern einzuleiten (siehe Infobox).
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