Nur 17% „ganz sicher“

Corona: Impfbereitschaft lässt zu wünschen übrig

Politik
13.12.2020 10:59

Nur knapp jeder fünfte Österreicher will sich jedenfalls gegen Covid-19 impfen lassen. Das zeigt der aktuelle „Österreich Trend“ von Meinungsforscher Peter Hajek. Demnach würden 17 Prozent „ganz sicher“ zur Impfung gehen, 29 Prozent „sicher nicht“. Die Arbeit der Regierung wird weiterhin positiv bewertet.

Bei der Frage nach der Impfbereitschaft war eine Abstufung zwischen 0 („sicher nicht“) und 10 („ganz sicher“) möglich. Hier haben gleich 29 Prozent angegeben, sich sicher nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Nur 17 Prozent wollen „ganz sicher“ zur Impfung gehen - vor allem ÖVP-Wähler (24 Prozent) und Über-60-Jährige (29 Prozent). Weitere 13 Prozent haben ihre Impfbereitschaft mit 8 oder 9 beziffert. Eine ähnliche Skala wird auch verwendet, um die Bereitschaft zur Teilnahme an Wahlen abzufragen. Hajek geht daher davon aus, dass „aus heutiger Sicht“ etwa 30 Prozent der Bevölkerung für die Corona-Impfung mobilisiert werden können. Eine Gallup-Umfrage Anfang November wies mit 46 Prozent noch einen weit höheren Wert aus.

(Bild: APA)

Nötig wäre allerdings eine Durchimpfungsrate von mindestens 50 Prozent, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) schon Ende November gemeint hatte. Das erklärte Ziel der Regierung liegt allerdings bei satten 70 Prozent. Eine Impfpflicht lehnen laut der für APA und ATV durchgeführten „Österreich Trend“-Umfrage aber 83 Prozent ab. Nur 14 Prozent wären dafür. Der Rest machte keine Angaben.

Gespaltenes Urteil über Anti-Corona-Maßnahmen
Gespalten ist die Bevölkerung bei der Beurteilung der seit 7. Dezember geltenden Anti-Corona-Maßnahmen: Etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent) hält sie für gerade richtig, ein weiteres Drittel (33 Prozent) für zu locker und ein gutes Fünftel (22 Prozent) für zu scharf. Auffällig: Anhänger von SPÖ und NEOS könnten sich eher für schärfere Maßnahmen erwärmen als Wähler der Regierungsparteien. Den FPÖ-Wählern gehen die Maßnahmen mehrheitlich schon jetzt zu weit.

(Bild: APA)

Die Bewertung der Regierungsarbeit fällt zwar nicht mehr so überschwänglich aus wie im ersten Halbjahr, als 76 Prozent mit Regierung zufrieden waren. Mit 55 Prozent Zustimmung steht die türkis-grüne Koalition aber noch immer besser da als alle ihrer Vorgängerinnen seit der ersten entsprechenden Umfrage 2009. 42 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. In der Sonntagsfrage liegt die ÖVP mit 39 Prozent weiterhin klar voran. Die SPÖ kommt derzeit auf 22 Prozent, die FPÖ auf 16, die Grünen auf 13 und die NEOS auf neun Prozent. Damit haben sich die Werte der Parteien - nach einem Höhenflug für ÖVP und Grüne im April - wieder auf dem Vorkrisenniveau eingependelt. Verbessert hat sich nur die SPÖ, die jetzt stabil über 20 Prozent liegt.

(Bild: APA)

Hajek: „Kurz ist Lebensversicherung für die Partei“
Getragen wird die ÖVP auch von den Persönlichkeitswerten von Parteichef Sebastian Kurz. In der fiktiven „Kanzlerfrage“ liegt der Amtsinhaber mit 53 Prozent weit vor den anderen Parteichefs: SP-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner kommt auf 18 Prozent, FPÖ-Obmann Norbert Hofer auf 14, Grünen-Chef Werner Kogler auf neun und NEOS-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger auf sechs Prozent. „Sebastian Kurz ist die Lebensversicherung für die Partei“, betont Meinungsforscher Peter Hajek.

Sebastian Kurz (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Sebastian Kurz

Der „Österreich Trend“ erhebt alle zwei Monate die politische Stimmungslage der Bevölkerung. Mit rund 800 Befragten liegt die maximale Schwankungsbreite bei plus/minus 3,4 Prozent. Vorgestellt werden die Ergebnisse am Sonntagabend auch in „ATV Aktuell“.

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