Peinliche Verwechslung

Feuerwehr lässt exotische Schlange wieder frei

Österreich
28.05.2026 13:55

In Kleinschweinbarth (Niederösterreich) kam es zu einer fatalen Verwechslung: Nachdem aufgeregte Anwohner eine schneeweiße Schlange in ihrer Küche entdeckt hatten, alarmierten sie die Polizei. Experten identifizierten das Tier irrtümlicherweise als heimisch. 

In Kleinschweinbarth (NÖ) ist die Schlange los: Am Pfingstsonntag geht ein kurioser Notruf bei der örtlichen Feuerwehr ein. In einer Küche wurde eine schneeweiße, etwa zwei Meter lange Schlange gesichtet! Schnell rückten die Einsatzkräfte aus, um das Tier einzufangen. Damit das Reptil richtig identifiziert werden kann, holen die Florianis Experten dazu. Ergebnis: Es handelt sich scheinbar um eine „Äskulapnatter“. Steckbrief: (In der Regel) große Augen mit dunklen Pupillen, der Rücken einfarbig gelbbraun, olivfarben oder braun bis schwarzbraun – und in Österreich heimisch.

Die Einsatzkräfte entschließen sich also dazu, das Tier freizulassen. Für den ungebetenen Gast aus der Küche geht es im Beisein der Polizei in ein nahegelegenes Biotop. Alles erledigt, es kehrt wieder Ruhe in den beschaulichen Ort ein. Die freiwillige Feuerwehr Kleinschweinbarth teilt anschließend ihren kuriosen Reptilien-Einsatz auf Facebook. Und dann der Schock, als Experten die Warnglocken läuten: Das Tier ist gar keine heimische Albino-Schlange, sondern ein Exot!

(Bild: FF Kleinschweinbarth/ Screenshot)

Exot verwechselt
Laut Schlangenexperte Werner Stangl aus der Steiermark handelt es sich nämlich um eine texanische Rattennatter. Bei uns kommt diese höchstens zu Hause bei Reptilienliebhabern vor – nicht aber in freier Wildbahn. Gefährlich für Menschen ist der Exot zwar nicht, für Ratten und Mäuse sieht es aber brenzlich aus. „Dabei handelt es sich um einen fatalen Fehler“, erklärt Stangl. Schließlich seien die Augen bei Albinos rot und nicht schwarz. Und: Immerhin gäbe es auch andere weiße Schlangen, darunter giftige Tiere die durchaus eine Gefahr darstellen könnten. 

Also klärt der Experte die Einsatzkräfte über ihren Fehler auf. Sollte das Tier mit etwas Glück nochmal für Chaos sorgen: „bitte nicht mehr freilassen“. Außerdem ist fraglich, ob die Schlange überhaupt in freier Wildbahn überleben kann. Für unsere Temperaturen sei sie jedenfalls nicht gemacht, im Winter würde sie höchstwahrscheinlich sterben. Kurios: Bereits im Oktober 2024 sorgte in Kleinschweinbarth eine weiße Schlange für einen Einsatz. Damals wurde das Tier fälschlicherweise als „Albino Kornnatter“ identifiziert.

Rätsel über Herkunft der Schlangen
Woher die weißen Schlangen kommen, bleibt ein Rätsel. „Es könnte sein, dass es sich um eine Person handelt, die diese Schlangen als Haustiere hält. Entweder sie setzt die Tiere aus oder sie entwischen ihr“, rätselt der Schlangenexperte. Nun soll ein Experte in der Nähe – über Stangl organisiert – Ausschau nach dem Tier halten.

Falls Anwohner der Ortschaft über das weiße Tier stolpern, können sie sich unter der Nummer +4366442801224 melden oder die Polizei kontaktieren.

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