Der Erwerb eines durchschnittlichen Eigenheims bleibt für viele Haushalte in Österreich weiterhin schwer finanzierbar.
Eine am Donnerstag präsentierte Analyse des Preisvergleichsportals Durchblicker zeigt, dass ein Wohnhaus für zwei Personen mit Medianeinkommen aktuell in 41 von 105 Bezirken unleistbar ist. Zwar habe ein Zinsrückgang die Lage leicht entspannt, doch die große Schere zwischen Häuserpreisen und Einkommen halte die Situation weiterhin angespannt, so die Analyse.
Laut dem aktuellen „Immo-Leistbarkeitsindex“ gelten Kredite als unleistbar, wenn die monatliche Rate die von der Finanzmarktaufsicht als Richtschnur vorgegebene 40-Prozent-Marke des Haushaltsnettoeinkommens übersteigt. Genau das ist für zwei Durchschnittsverdiener in 41 der 105 österreichischen Bezirke der Fall, in zwölf weiteren liegt die Rate im Grenzbereich zwischen 35 und 40 Prozent. Der Grund liegt in der langfristigen Marktentwicklung: Während die Häuserpreise seit dem Jahr 2015 um 68 Prozent gestiegen sind, erhöhten sich die Medianeinkommen im selben Zeitraum lediglich um 51 Prozent.
Gravierendes West-Ost-Gefälle
Wie bereits die aktuellen Daten der Statistik Austria zur Preisentwicklung zeigten, spiegelt sich auch bei der Leistbarkeit ein massives Gefälle zwischen den Bundesländern wider. Am schwierigsten ist die Finanzierung im Westen sowie in Großstädten und deren Speckgürteln. In Salzburg müssten zwei Durchschnittsverdienende 66,5 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kredittilgung aufwenden, in Vorarlberg sind es 63,9 Prozent und in Tirol 62 Prozent.
Am leichtesten kann man die Finanzierung eines Eigenheims im Burgenland stemmen, mit einer durchschnittlichen Belastung von 23,8 Prozent, sowie in der Steiermark mit 29,3 Prozent und Kärnten mit 31,1 Prozent. Doch auch innerhalb der Bundesländer existieren der Erhebung zufolge teils massive Unterschiede: Während im niederösterreichischen Bezirk Gmünd nur knapp 16 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für die Kreditrate einkalkuliert werden müssen, liegt dieser Wert in Mödling bei 57 Prozent und damit weit über der Leistbarkeitsgrenze.
Kredite verteuern sich
Eine weitere finanzielle Belastung für künftige Immobilienkäufer zeichnet sich mit dem Auslaufen des Wohnbaupakets Ende Juni ab. Ab Juli fallen wieder die vollen Kaufnebenkosten an. Für eine Immobilie zum Beispiel im Bezirk Steyr-Land erhöht sich die monatliche Kreditbelastung dadurch um 47 Euro, was über eine Laufzeit von 30 Jahren Mehrkosten von fast 17.000 Euro bedeutet und die Tilgungsrate im Berechnungsmodell in den unleistbaren Bereich hebt.
Als wesentliche Stellschraube für die Leistbarkeit nennt Durchblicker die Zinskonditionen. Bei einem Finanzierungsbetrag von 350.000 Euro über 30 Jahre kann der Unterschied zwischen verschiedenen Bankangeboten zu einer monatlichen Differenz von 144 Euro und damit zu Gesamtersparnissen von rund 46.000 Euro führen. Aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen und geopolitischen Lage raten die Experten derzeit zum Abschluss eines fix verzinsten Kredits, um sich vor unerwarteten Zinssprüngen zu schützen.
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