Fordern offene Schulen

Eltern-Protest: Verstärkung für Wiener Wut-Mama

Wien
20.11.2020 06:00

Am Montag demonstrierte die vierfache Mutter Theresia Gansch für die Öffnung der Schulen - und traf bei vielen einen Nerv. Am Freitag gehen Eltern erneut mit der Wut-Mama protestieren.

Die Welle der Solidarität mit der vierfachen Mutter Theresia Gansch, die in Wien vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz gegen das Ende des Präsenzunterrichts demonstriert hatte, wird immer größer.

Die Forderung dieser Kinder ist eindeutig: Sie wollen wieder in die Schule gehen. (Bild: Matthias Mödl)
Die Forderung dieser Kinder ist eindeutig: Sie wollen wieder in die Schule gehen.

„Kinderrechte werden mit Füßen getreten“
Am Freitag findet von 14 Uhr bis 15.30 Uhr im Sigmund-Freud-Park die nächste Kundgebung statt. Eine der Organisatorinnen ist die Psychologin Judith Raunig: „Kinderrechte werden schon das ganze Jahr mit Füßen getreten. Gerade bei Kindern aus sozial schwächeren Familien sorgen viele Maßnahmen für Kollateralschäden.“

„Schule mit Präsenzunterricht für Kinder wichtiger Ort“
Die Expertin unterstreicht: „Die Schule mit Präsenzunterricht ist für Kinder ein unglaublich wichtiger Ort. Es ist ihr Entfaltungsraum, sie treffen dort ihre Freunde. Sie brauchen menschliche Kontakte, um sich körperlich und psychisch gesund entwickeln zu können.“

Video: Kinder protestieren für offene Schulen

Ihr Ehemann, der Jurist Reinhard Raunig-Peneder, stellt klar: „Seit 2011 sind die Kinderrechte in der Verfassung verankert. Demnach sollte das Wohl der Kinder in alle Entscheidungen des Staats vorrangig einfließen. Das geschieht derzeit aber nicht. Kindheit kann nicht online stattfinden.“

NEOS-Chefin bei Demo ganz vorne mit dabei
Eine prominente Unterstützerin hat Gansch mit NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger, die bereits bei der Demo am Montag eine flammende Rede hielt: „Die Ampel-Kommission und alle Berater von Gesundheitsminister Rudolf Anschober haben sich für das Offenhalten der Schulen ausgesprochen. Nur das Bundeskanzleramt hat sich enthalten. Geht es da womöglich um eine Machtfrage, die auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird?“

Wenn man den Hochrechnungen der Regierung glaube, seien 4000 von 1,1 Millionen Schülern positiv. Das wären 0,4 Prozent, von denen man nicht wisse, wie ansteckend sie wirklich sind. Meinl-Reisinger betont aber auch: „Natürlich muss die Schule noch sicherer gemacht werden. Ein Konzept muss her.“

Als massiv störend empfindet die pinke Partei-Chefin die Diffamierungen im Netz: „Es macht mir Sorgen, wenn die Polarisierung so stark ist, dass man mit Corona-Leugnern gleichgesetzt wird, wenn man sich für Bildung einsetzt. In so einer Gesellschaft möchte ich nicht leben.“

Mathias Mödl, Kronen Zeitung

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