21.10.2020 09:14 |

„Das ist historisch“

NASA-Sonde nimmt Bodenprobe von Asteroid Bennu

Seit mittlerweile knapp zwei Jahren umkreist die NASA-Sonde OSIRIS-REx den Asteroiden Bennu. In der Nacht auf Mittwoch hat sie im Zuge eines mehrstündigen komplizierten Manöver als erster US-Flugkörper eine Probe vom Asteroiden Benno entnommen. „Der Flugkörper hat all das gemacht, was er machen sollte“, sagte Dante Lauretta, NASA-Chefwissenschaftler der Mission. „Ich kann nicht glauben, dass wir das hinbekommen haben. Das ist historisch, das ist wunderbar.“

Ob die entnommene Probe verwertbar sei und ausreiche, werde sich jedoch erst in den kommenden Tagen herausstellen, nachdem OSIRIS-REx weitere Daten zur Erde gesandt habe, erklärte Lauretta. Die NASA-Wissenschaftler hoffen auf etwa 60 bis 2000 Gramm Staub, Geröll und Gestein.

Roboterarm „Tagsam“ sammelte Material ein
Die Sonde hatte für das Manöver ihren Platz in der Umlaufbahn von Bennu vorübergehend verlassen und sich ihm bis auf wenige Meter genähert. Mit einer Art Roboterarm namens „Tagsam“ (Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism) berührte sie die Oberfläche des Asteroiden etwa fünf Sekunden lang und stieß dabei unter Druck gesetzten Stickstoff aus, um Probenmaterial aufzuwirbeln. Nach dem Aufsaugen der Probe entfernte sich OSIRIS-REx wieder von Bennu und machte sich auf den Weg zurück in ihre Umlaufbahn. Die NASA hatte das knifflige Manöver in den vergangenen Monaten zweimal erfolgreich geprobt.

OSIRIS-REx war im September 2016 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund zwei Jahre und rund 650 Millionen Kilometer später bei dem Asteroiden angekommen. Seitdem umkreist die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde (ihre Abkürzung steht für Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) den Asteroiden und untersucht ihn mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras.

Asteroid könnte Erde in 150 Jahren nahekommen
Der tiefschwarze Bennu mit einem Durchmesser von rund 550 Metern könnte der Erde in mehr als 150 Jahren ziemlich nahekommen. Auch wenn das Einschlagrisiko sehr gering ist, zählt die NASA den kosmischen Brocken zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden - und will ihn deshalb ganz genau erforschen. Zudem erhoffen sich die Wissenschaftler von der rund eine Milliarde Dollar (rund 850 Millionen Euro) teuren Mission Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren.

Bereits 2005 war die japanische Raumsonde „Hayabusa“ auf dem Asteroiden Ryugu gelandet (Bild unten) und hatte 2010 die ersten jemals gesammelten Bodenproben eines solchen Himmelskörpers zur Erde gebracht. Es gab noch weitere Flüge zu Asteroiden, keine weitere Sonde hat bisher jedoch Material zur Erde zurückgebracht.

Jetzt heißt es erstmal warten: OSIRIS-Rex wird sich nach dem gelungenen Manöver 2021 wieder in Richtung Blauen Planeten aufmachen und in rund drei Jahren die Kapsel mit der Probe auf der Erde abliefern.

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