Mit kämpferischen und teils auch martialischen Botschaften ist die iranische Fußball-Nationalmannschaft bei ihrer Abreise ins WM‐Trainingslager in die Türkei verabschiedet worden. „Wir wollen, dass ihr mit Einsatz und Entschlossenheit die Würde Irans bei der WM repräsentiert, und dabei habt ihr unsere volle Rückendeckung“, sagte Präsident Massud Peseschkian laut Staatssender Irib beim Treffen mit Spielern und Trainerstab in Teheran.
Im Anschluss folgte eine große Verabschiedung auf dem Revolutionsplatz im Zentrum der Hauptstadt, die auch im Staatssender live übertragen wurde. Doch bei der staatlichen Zeremonie mit ausgewählten Fans ging es weniger um Fußball als um den Widerstand gegen den Kriegsgegner USA. Die derzeitige Waffenruhe in dem militärischen Konflikt gilt als fragil. „Bei der WM werdet ihr den Iran als Teil der Widerstandsfront und als Kriegshelden des Obersten Führers vertreten“, erklärte Verbandschef Mehdi Tadsch.
Präsentiert wurde zudem eine neue Hymne für das Team, die eher an Kriegsrhetorik erinnerte als an Fußball. Und unklar ist weiterhin, ob alle Spieler, Trainer und vor allem die Verbandsfunktionäre ein US‐Visum erhalten. Mehreren Teammitgliedern wird eine Zusammenarbeit mit den Revolutionsgarden vorgeworfen. Die Revolutionsgarden stehen in den USA auf der Terrorliste. Jeder, der mit ihnen in Verbindung gebracht wird, könnte abgewiesen werden. Besonders Verbandschef Tadsch, selbst ehemaliges Mitglied, dürfte voraussichtlich kein Visum bekommen.
Schwierige Vorbereitung, kaum Gegner
Auch sportlich läuft es nicht rund. Wegen des Krieges und der brüchigen Waffenruhe konnte das Team im Trainingslager in Teheran kein einziges Testspiel bestreiten. Trainer Amir Ghalenoei war gezwungen, die Mannschaft dreimal intern als A- und B-Team gegeneinander spielen zu lassen. Im Trainingslager in Antalya soll kommende Woche ein Testspiel stattfinden – gegen Gambia, die Nummer 116 der FIFA‐Weltrangliste.
Die WM-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni. Die Iraner treffen in der Gruppenphase in den USA auf Neuseeland, Belgien und Ägypten.
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