„Größter Verteidiger“

US-Grenzschutzchef tritt überraschend zurück

Außenpolitik
14.05.2026 21:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Chef der US-Grenzschutzbehörde Michael Banks ist überraschend zurückgetreten. Warum er seinen Posten räumt, blieb vorerst völlig offen. Banks ist nicht der Erste aus der US-Einwanderungsbehörde, der unter US-Präsident Donald Trump seinen Posten abgibt.

Einen Grund für den Rücktritt Banks‘ nannte die Behörde U.S. Border Patrol am Donnerstag nicht. Banks selbst reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Sein Weggang reiht sich in eine Serie von Personalwechseln in der Einwanderungsbehörde unter US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Monaten ein.

„Für immer der größte Verteidiger“
In einer Abschiedsnachricht an die Mitarbeiter erklärte Banks, er werde „für immer der größte Verteidiger“ seiner Behörde bleiben. Trump hatte Banks im Jänner 2025 zum Chef der Behörde ernannt. Er war bereits zwei Jahrzehnte für den Grenzschutz tätig, bevor er ab 2023 zum Grenzbeauftragten für den von Republikanern regierten Bundesstaat Texas wurde. Einem Insider zufolge galt Banks als Verbündeter der ehemaligen Heimatschutzministerin Kristi Noem, die Trump im März entlassen hatte.

US-Präsident Donald Trump hat Heimatschutzministerin Kristi Noem im März gefeuert.
US-Präsident Donald Trump hat Heimatschutzministerin Kristi Noem im März gefeuert.(Bild: AP/Matt Rourke)

Mehrere Mitarbeiter gehen
Die Personalwechsel fallen in eine Zeit, in der die öffentliche Zustimmung zu Trumps Einwanderungsstrategie sinkt. Neben Banks verlassen auch andere hochrangige Mitarbeiter die Behörde. Der amtierende Direktor der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), Todd Lyons, scheidet Ende des Monats aus. Sein Nachfolger wird David Venturella, der zuvor unter anderem für den privaten Gefängnisbetreiber GEO Group arbeitete. Der umstrittene Grenzschutzbeamte Gregory Bovino ging im März in den Ruhestand. Zugleich wurden die Befugnisse des Grenzbeauftragten des Weißen Hauses, Tom Homan, ausgeweitet.

Aggressive Einsätze unter Banks
Der Chef der übergeordneten Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), Rodney Scott, dankte Banks für seinen Einsatz. Unter seiner Führung habe sich die Grenze „von einem Chaos zur sichersten Grenze aller Zeiten“ gewandelt, erklärte Scott. Während Banks‘ Amtszeit entsandte die US-Regierung verstärkt Grenzschutzbeamte in amerikanische Großstädte. Dort nahmen sie mit aggressiven Taktiken Menschen fest, die mutmaßlich gegen Einwanderungsgesetze verstoßen hatten. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Anrainern. Banks selbst hielt sich bei diesen umstrittenen Einsätzen im Hintergrund.

Trump hatte seine Wiederwahl unter anderem mit dem Versprechen gewonnen, hart gegen illegale Grenzübertritte vorzugehen. Unter seinem demokratischen Vorgänger Joe Biden waren Millionen Menschen illegal in die USA gelangt. Regierungsdaten zufolge wurden in Trumps erstem Amtsjahr von Februar 2025 bis Jänner 2026 rund 86.000 Migranten an der Grenze festgenommen, verglichen mit 956.000 im Jahr zuvor.

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