03.08.2020 16:24 |

Viele Tests noch offen

79 Corona-Infektionen in dänischem Schlachtbetrieb

In einem Schlachtbetrieb in Dänemark sind 79 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Um das Risiko einer weiteren Corona-Verbreitung zu begrenzen, fange man nun damit an, die Körpertemperatur aller Mitarbeiter zu messen. 300 weitere Mitarbeiter sollten noch am Montag getestet werden.

Der dänische Fleischverarbeiter Danish Crown teilte weiters mit, vor knapp einer Woche von einem ersten Corona-Fall unter den Mitarbeitern in Ringsted informiert worden zu sein. Seit Samstag sei die Gesamtzahl der Infektionen in dem Betrieb um 17 nachgewiesene Fälle angestiegen.

In dem Betrieb werden wöchentlich normalerweise rund 35.000 Schweine geschlachtet, was mittlerweile aber deutlich zurückgefahren wurde. Mittlerweile wurde dort auch ein mobiles Testzentrum errichtet, in dem alle Mitarbeiter in den kommenden sieben Wochen mindestens einmal wöchentlich auf Corona getestet werden sollen.

Über 2000 Infektionen im Zusammenhang mit Tönnies
Es ist nicht der erste Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb in Europa. Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen hatte es deswegen eine fast vierwöchige Zwangspause am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück gegeben. Mitte Juli war ein Anlaufen der Produktion wieder erlaubt worden. „Nach aktuellem Stand ordnen die zuständigen Behörden dem Ausbruch bei Tönnies bislang insgesamt 2119 Fälle zu“, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Ende Juli. Der Vorfall hatte eine Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

Mitte Juli gab es in einem österreichischen Fleischereibetrieb bei Eggenburg an der Grenze zwischen Wald- und Weinviertel einen Corona-Ausbruch mit 34 infizierten Mitarbeitern. Alle 244 Kontaktpersonen wurden getestet und in Quarantäne geschickt. Bereits Anfang Juli sorgten mehrere Covid-Fälle bei drei Fleischverarbeitern in OÖ für große Aufregung.

WHO sieht noch viele offene Fragen zur Corona-Herkunft
Unterdessen sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch erheblichen Aufklärungsbedarf bei den Fragen nach Herkunft und erster Verbreitung des Virus Sars-CoV-2. Es komme in China nicht nur Wuhan als erster Verbreitungsort infrage, sagte WHO-Experte Michael Ryan am Montag in Genf. „Es gibt Lücken in der epidemiologischen Landschaft“, erklärte er. Es seien noch viel umfassendere Untersuchungen nötig, um festzustellen, wo das Virus - in Wuhan oder anderswo - vom Tier auf den Menschen übergesprungen sei.

Zwar sei in der chinesischen Stadt wegen der neuartigen Lungenentzündung zuerst Alarm geschlagen worden, das bedeute aber nicht notwendigerweise auch, dass es auch der Ort der ursprünglichen Verbreitung gewesen sei. Erst wenn die ersten Patienten ausfindig gemacht worden seien, könne man daran gehen, nach der tierischen Quelle zu suchen.

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