26.07.2020 18:15 |

„Wohl eher schlimm“

Tirols FPÖ-Chef prophezeit blaues Debakel in Wien

Die Marke FPÖ und der Schaden, den sie durch das Verhalten von Ex-Chef Heinz-Christian Strache genommen hat, steht bei der kommenden Wien-Wahl ebenso deutlich im blauen Fokus wie die Chancen von Spitzenkandidat Dominik Nepp. Bei den Parteikollegen in Tirol spricht man schon recht unverblümt von einer „sich abzeichnenden, schweren FPÖ-Niederlage bei der Wien-Wahl“. Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger fordert in diesem Falle eine Debatte über eine inhaltliche Kursänderung der Bundespartei. Sein prophezeiter Ausgang für die Wiener Blauen bei der Landtagswahl: „wohl eher schlimm“. Bundesparteichef Norbert Hofer streut Abwerzger allerdings Rosen.

Sollten die erfolgreichen freiheitlichen Themen der vergangenen Jahre in Wien keinen Erfolg bringen, „dann müssen wir eine inhaltliche Debatte führen“, erklärte Abwerzger im Sommerinterview mit der Austria Presse Agentur. Denn eben jene Inhalte - wie etwa das Ausländerthema, Parallelgesellschaften oder Steuergeldverschwendung - würden nun auch im Wien-Wahlkampf verstärkt thematisiert. Schlage sich das nicht in genügend Wählerstimmen nieder - wovon man leider ausgehen müsse - müsse sich die FPÖ damit auseinandersetzen, wie sie sich „thematisch breiter und urbaner aufstellt“, so der Tiroler FPÖ-Obmann.

Die Suche nach den „Werten einer sozialen Heimatpartei“
Zur „inhaltlichen Verbreiterung“ gehört für Abwerzger aber auch die „Wiederbesinnung auf die Werte einer sozialen Heimatpartei“. „44 Prozent der Arbeiter haben uns trotz Spesenaffäre und Ibiza die Treue gehalten. Denen sind wir in erster Linie verpflichtet“, richtete der Landesparteichef der Bundespartei aus. Es brauche eine breite Diskussion bei Themen wie der Erhöhung des Arbeitslosengeldes, aber auch eine solche über eine Solidarabgabe ab einem Reinvermögen von fünf Millionen Euro. „Da trifft es dann natürlich auch Leute wie René Benko oder KTM-Chef Stefan Pierer“, so Abwerzger.

Abwerzger attestiert Hofer und Kickl gute Arbeit
Eine Personaldebatte auf Bundesebene werde es wohl auch nach der Wiener Landtagswahl, die „wohl eher schlimm“ ausgehen werde, nicht geben, betonte Abwerzger: „Das ist derzeit überhaupt kein Thema.“ Bundesparteiobmann Norbert Hofer mache eine „sehr gute Arbeit“, ebenso wie Klubobmann Herbert Kickl. Eine Bruchlinie zwischen den beiden bzw. ein Richtungsstreit bestehe nicht. Auf die Frage, ob Hofer unbestritten sei, meinte der Tiroler FPÖ-Chef: „Aus meiner Sicht schon.“ Er gehe davon aus, dass dieser - „wenn er will“ - für die Partei auch als Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl ins Rennen geht.

Dass den Freiheitlichen derzeit eine quasi allmächtige, charismatische und massenwirksame Führungsfigur à la Jörg Haider oder auch Heinz-Christian Strache fehlt, stellte Abwerzger in Abrede: „Wir brauchen keinen Popstar mehr.“ Die Partei-Lage sei derzeit aber sehr schwierig, räumte Abwerzger ein, denn: „Die Marke FPÖ hat durch Heinz-Christian Strache und sein Verhalten einen extremen Schaden erlitten. Der Wiederaufbau dauert Monate und Jahre.“

Dem Sager von Parteichef Hofer, wonach der Koran gefährlicher als Corona sei, konnte der Tiroler Obmann übrigens viel abgewinnen: „Ich unterstütze ihn in dieser überspitzten Aussage. Überspitzte Formulierungen sind erlaubt. Vor allem, wenn man betrachtet, welche Taten im Namen des Korans weltweit fallweise passieren.“

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