„Niemals aufgeben“

Österreich triumphiert bei HYROX-WM in Stockholm

Sport-Mix
25.06.2026 06:52

Die HYROX-Weltmeisterschaften in Stockholm waren für Österreich ein Wochenende für die Geschichtsbücher! Der Wiener Alexander Rončević krönte sich gemeinsam mit seinem deutschen Partner Tim Wenisch zum Elite-15-Doppel-Weltmeister, während Tanja Stroschneider mit einer neuen Bestleistung den WM-Titel in ihrer Altersklasse holte. Ein perfekter Saisonabschluss für Rot-Weiß-Rot ...

Während das Einzelrennen für Rončević nicht ganz nach Wunsch verlief, sicherte er sich im Double-Wettbewerb den ersehnten Weltmeistertitel. „Der Single [Wettkampf] war natürlich nicht das, was ich mir erhofft habe“, räumt Rončević gegenüber „Sportkrone.at“ ein. Dennoch sei es ein „mega Race“ gewesen. Mit nur 30 Sekunden Rückstand auf den Sieger landete er auf dem sechsten Platz. Dieses knappe Ergebnis verdeutliche, wie stark die Konkurrenz wächst: „Das Feld wird immer schneller, die Athleten werden immer besser.“

Alexander Rončević beim Sled-Push.
Alexander Rončević beim Sled-Push.(Bild: Mihai Stetcu / Red Bull Content Pool)

Umso größer war die Freude am folgenden Tag. Gemeinsam mit seinem Partner Tim ging der 33-jährige Wiener als klarer Favorit in den Double-Wettbewerb. „Wir haben die Saison jedes Rennen gewonnen. Wir wollten das auch so abschließen und genau das haben wir geschafft“, berichtet er stolz. Trotz der Anstrengungen des Vortags war die Motivation hoch, angetrieben durch die starke Partnerschaft. „Wir haben uns den Traum erfüllt, Weltmeister zu werden, und es war umso schöner, das Ganze mit dem Team zu teilen.“

Was ist HYROX?

HYROX ist ein Wettkampf, bei dem Laufen und funktionelles Krafttraining kombiniert werden.

Die Laufstrecke beträgt acht Kilometer. Nach je einem Kilometer sind Übungen vorgesehen:
1. Skiergometer
2. Schlittenschieben
3. Schlittenziehen
4. Burpee Broad Jumps
5. Ruderergometer
6. Farmers Carry
7. Sandbag Lunges
8. Wallballs

2017 wurde HYROX in Hamburg vom dreimaligen Moritz Fürste und Event-Unternehmer Chrstian Tötzke „erfunden“. Gestartet wird entweder im Einzel, im Double oder im Mixed-Double. Je nachdem, in welcher Kategorie, gibt es unterschiedliche Gewichte für die Stationen. Mittlerweile stehen pro Saison über 100 Rennen in über 100 Städten weltweit auf dem Programm, an denen bereits über eine Million Menschen pro Saison teilnehmen.

Die beiden Favoriten gingen früh in Führung, lieferten sich mit der Konkurrenz ein packendes Rennen und setzten sich spätestens beim Sled Pull entscheidend ab. Nach 48:58 Minuten war der Triumph perfekt.

Mit 47:40 Minuten halten die beiden auch den Weltrekord, den sie im März bei der EM in London aufstellten.

Führten das Feld an: Alexander Rončević und Tim Wenisch
Führten das Feld an: Alexander Rončević und Tim Wenisch(Bild: Mihai Stetcu / Red Bull Content Pool)

Besonders emotional war für den 33-Jährigen die letzte gemeinsame Siegerehrung mit Wenisch. „Tim und ich sind schon länger gute Freunde und wir ergänzen uns einfach super. Er ist der Läufer, ich bin der Station-Athlet. Das ergänzt sich einfach mega. Wir werden weiterhin gute Freunde sein, viele Trainingscamps machen und die Limits im Sport pushen“, so Rončević.

Hier die Highlights des Elite-15-Doppel-Rennens:

Nun wartet die wohlverdiente Offseason. Ganz stillstehen wird Rončević aber nicht. Bereits im August steht mit Istanbul das nächste Rennen an. Dort sollen die ersten Punkte für die Saison 2027 gesammelt und möglichst früh die Qualifikation für die nächste Weltmeisterschaft in Hongkong gesichert werden.

Der Abschluss der WM wurde durch einen Team-Relay-Wettkampf abgerundet, bei dem Österreich als eine von 20 Nationen an den Start ging und Platz 15 erreichte. Das Team rund um Rončević: Tanja Stroschneider, Alice schürer und Rene Groining. 

Packendes Rennen von Stroschneider
Nicht minder beeindruckend verlief das Wochenende für Tanja Stroschneider. Die 35-Jährige sicherte sich in Stockholm den Weltmeistertitel in der Pro-Kategorie in ihrer Altersklasse (35-39) – und das nach einem Rennen, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Nach einem Rückstand auf die führende Italienerin kämpfte sich die Österreicherin mit den „Burpees ihres Lebens“ zurück ins Rennen. Die Entscheidung fiel schließlich bei den Wall Balls. Gemeinsam mit zwei Konkurrentinnen erreichte sie die letzte Station. „Ich habe gar nichts mehr gehört, die Leute haben so irre laut geschrien, dass ich gewusst habe, okay, wir müssen im Prinzip Gleichstand haben“, schilderte Stroschneider die entscheidenden Momente. Am Ende setzte sie sich denkbar knapp um eine Sekunde durch und lief gleichzeitig persönliche Bestzeit von 1:01:15 Stunden. „Es war wirklich mit Abstand das coolste Rennen meines Lebens“, sagte die frischgebackene Weltmeisterin.

Ein Schritt zurück für den großen Erfolg
Der Triumph war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langfristigen Strategie. Während viele Konkurrentinnen alles auf die Qualifikation für die Elite 15 setzten, entschied sich Stroschneider, die aktuelle Saison zu „opfern“, um sich langfristig besser aufzustellen. Das Ziel war es, frühzeitig die fünf Siege für das Punktesystem der kommenden Saison zu sichern.

Dieser Plan ging auf. Innerhalb von neun Wochen absolvierte sie zehn Rennen, sicherte sich die nötigen Siege und legte parallel mit 25 bis 30 Trainingsstunden pro Woche die Grundlage für den WM-Titel. „Das hat oft wenig Verständnis beim Gegenüber ausgelöst, weil viele auf kurze Sicht nicht verstehen konnten, warum ich die Elite 15 hinten anstelle. Aber ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil ich mich dadurch bestmöglich weiterentwickeln kann.“

Stroschneider weiter: „Ich habe einen Schritt zurück gemacht, um langfristig größere Erfolge zu erreichen. Der Mut für solche Entscheidungen war eine ganz wichtige Erfahrung für mich. Vor allem habe ich gelernt, meinem Bauchgefühl zu vertrauen.“

„Niemals aufgeben“
Der WM-Titel bedeutet Stroschneider besonders viel, weil ihre Karriere immer wieder von knappen Rückschlägen geprägt war. „Ich hatte oft das Gefühl, dass mir immer das letzte bisschen fehlt. Dass ich kurz vor dem Ziel gestoppt werde. Aber dieses Wochenende zeigt mir, dass sich Dranbleiben auszahlt.“ Eine Botschaft würde sie heute ihrem jüngeren Ich mitgeben: „Niemals aufgeben, weil sich das am Ende immer auszahlt.“ Mit dem Titelgewinn und der bereits gesicherte Qualifikation kann sie sich nun voll auf die kommende Elite-15-Saison konzentrieren.

Österreich setzt Ausrufezeichen
Während HYROX weltweit weiter wächst und die Leistungsdichte von Jahr zu Jahr zunimmt, haben Österreichs Top-Athleten in Stockholm eindrucksvoll bewiesen, dass sie zur Weltspitze gehören. Für Rončević endete der „letzte Tanz“ mit Tim Wenisch mit dem Titel und für Stroschneider wurde ein jahrelanger Traum Wirklichkeit ...

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