Immer mehr Hitzetage

Wenn die Schuhsohlen am Asphalt zu glühen beginnen

Niederösterreich
25.06.2026 06:00

Ab Donnerstag gilt in weiten Teilen des Landes eine Hitzewarnung. Vor allem Asphaltflächen in Ballungsräumen heizen sich enorm auf. Bereits Hunderttausende Menschen in Niederösterreich leiden darunter. Auch die Zahl der Hitzetoten steigt an.  

Temperaturen bis zu 40 Grad haben Meteorologen für die kommenden Tage angekündigt. Da flieht jeder gerne in den Schatten. Allerdings: Vor allem Fußgänger in städtischen Bereichen haben kaum Gelegenheit dazu. Der Asphalt heizt sich auf 60 Grad und mehr auf – da glühen die Schuhsohlen förmlich! „Straßen und Gehsteige ohne Bäume werden an Hitzetagen zu einem Backofen. Für Fußgänger ist das unerträglich“, sagt Mobilitätsfachmann Michael Schwendinger.

45 Prozent bereitet Hitze Probleme
Und fast jeder zweite Niederösterreicher bestätigt das aus eigener Erfahrung. 45 Prozent geben an, in Hitzeperioden stark oder sogar sehr stark belastet zu sein. Kein Wunder also, dass Gesundheitslandesrätin Eva Prischl eine offizielle Hitzewarnung ausgerufen hat. Diese gilt nahezu im ganzen Land. Vorläufig ausgenommen sind nur der hohe Norden und alpine Regionen.

Mehr Grün bringt Abkühlung
Das einfachste Mittel gegen die Gluthitze wird vielerorts in Niederösterreich bei Platz- und Straßengestaltungen bereits umgesetzt: entsiegeln und begrünen. Schattige Bäume reduzieren die Oberflächentemperatur von Asphalt um bis zu 25 Grad. Grünflächen und bepflanzte Beete tragen ebenfalls zur Abkühlung der Umgebung bei.

Mehr Grün – wie hier in Lanzenkirchen – kühlt vor Ort.
Mehr Grün – wie hier in Lanzenkirchen – kühlt vor Ort.(Bild: Doris Seebacher)

Statistik belegt Temperaturanstieg
Dass dies dringend nötig ist, zeigt die Statistik. So gab es in St. Pölten von 1961 bis 1990 pro Jahr zwölf Hitzetage, von 1991 bis 2020 erhöhte sich diese Zahl auf 18. Und im Vorjahr herrschten in der Landeshauptstadt bereits an 24 Tagen Temperaturen von 30 Grad oder mehr.

Tote als schauriger Beweis
Einen schaurigen Beweis für die steigende Hitzebelastung im weiten Land liefert die Österreichische Gesundheitsagentur AGES. Sie verzeichnete im  Zeitraum von 2022 bis 2025 insgesamt 582 Todesfälle in Niederösterreich, die auf Hitze zurückzuführen waren. Das sind um elf Prozent mehr als in den vier Jahren davor.  

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