18.06.2020 22:05 |

„Wie ein Uhrwerk“

Mysteriöses Signal aus dem All wiederholt sich

Unterschiedliche Signale aus dem All sind nichts Ungewöhnliches. Meist stammen diese von Satelliten oder kosmischen Ereignissen, wenn etwa zwei Sterne miteinander verschmelzen. Astronomen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben nun Radiowellen aufgefangen, die sich in einem regelmäßigen Muster wiederholen. Ein außerirdischer Kontaktversuch steckt aber wohl nicht hinter dem Phänomen.

Erstmals haben Astronomen ein regelmäßiges Signal aus dem Weltall gemessen - die Radiowellen stammen aus einer Entfernung von 500 Millionen Lichtjahren und treten in einem sich wiederholenden Rhythmus alle 16 Tage auf. Die genaue Quelle ist aber nach wie vor unklar, erklärten die Wissenschaftler des MIT.

Demnach folgt auf eine viertägige Wachphase, in der mehrere kurze, intensive Blitze von Funkwellen („Fast Radio Bursts“) gemessen werden, eine zwölftägige Ruhephase. Funkwellen stellen bereits seit Langem ein Rätsel für Astronomen dar: Sie sind im ganzen Universum verstreut und wiederholen sich für gewöhnlich nicht. Während eines solchen Ausbruchs können die kurzen Radiowellen ganze Galaxien überstrahlen.

Regelmäßiges Signal
Über 500 Tage lang konnten die Wissenschaftler die Funkstöße nachweisen, dabei habe sich das Muster gezeigt. „Sie funktionieren wie ein Uhrwerk“, erklärt Kiyoshi Masui vom MIT. Ganze 400 Signale gleichen Ursprungs konnten im Rahmen der Studie empfangen werden. „Das ist ein Bereich der Physik, den noch niemand wirklich versteht“, so der Weltraumforscher.

Ursprung befindet sich in einer Spiralgalaxie
Zuvor konnten nur einzelne, dafür aber stärkere Signale gemessen werden. Dabei war jedoch bislang kein Zusammenhang zwischen den Wellen erkennbar. Kurze, starke Signale können etwa beim Zusammenstoß von zwei Neutronensternen entstehen. Klar ist, dass die Signale aus einer Spiralgalaxie stammen, woher genau sie kommen, ist aber nach wie vor ein Rätsel. Durch das Muster vermuten die Forscher einen Himmelskörper, der sich um die eigene Achse dreht, als Ursprung. Das würde auch das regelmäßige Auftreten erklären.

Wohl keine Außerirdischen
Es gibt verschiedene Theorien darüber, wodurch die Radiostrahlung ausgelöst wird, die sich von der Erde aus messen lässt. Die sicherlich spektakulärste besagt, dass es sich dabei um Funksignale einer außerirdischen Technologie handelt. Ein Forscher, der diese Möglichkeit in der Vergangenheit vertreten hat, ist der israelische Harvard-Physiker Abraham Loeb. Aliens stecken mit relativ großer Wahrscheinlichkeit aber nicht hinter den Signalen. Wesentlich wahrscheinlicher sehen die Wissenschaftler ein extrem massereiches Schwarzes Loch oder ein Stern, der in den Resten einer Supernova herumschwirrt als Auslöser.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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