Indonesische Tierschützer wollen das letzte noch in freier Wildbahn lebende Borneo-Nashorn einfangen, um die Art durch künstliche Befruchtung vor dem Aussterben zu retten. Dem Weibchen „Pari“, das im indonesischen Teil der Insel Borneo lebt, sollen Eizellen entnommen werden, die dann mit Spermien eines vom Aussterben bedrohten Sumatra-Nashorns befruchtet werden sollen, wie der Leiter der Naturschutzbehörde in der Provinz Ost-Kalimantan, Ari Wibawanto, am Freitag sagte.
Das Borneo-Nashorn ist eine Unterart des Sumatra-Nashorns, das einst in weiten Teilen Südostasiens verbreitet war, dessen Bestand aber ebenfalls auf einige Dutzend Exemplare geschrumpft ist. Fachleute hoffen, dass die Tiere nah genug verwandt für eine Kreuzung sind – und so zumindest ein Teil der Erbanlagen des Borneo-Nashorns erhalten werden kann.
Nur noch zwei Weibchen übrig
Außer „Pari“ gibt es nur noch ein einziges Borneo-Nashorn: das Weibchen „Pahu“, das im Kelian-Nashornschutzgebiet in Indonesien lebt. Tierschützer haben bereits versucht, „Pahu“ Eizellen zu entnehmen – vergeblich. „Pahu“ sei schon etwa 40 Jahre alt und habe zudem verschiedene gesundheitliche Probleme, erklärte Behördenleiter Ari. Die letzte Hoffnung ruht nun auf „Pari“, die auf Aufnahmen von Kamerafallen jünger aussieht.
Ein Nashorn einzufangen, ist nicht einfach
Ein Nashorn einzufangen, ist aber kein einfaches Unterfangen: Im vergangenen Jahr war ein Java-Nashorn kurz nach einer Umsiedlung verendet, offenbar aufgrund bereits bestehender Erkrankungen. Im Jahr 2016 starb ein eingefangenes Sumatra-Nashorn an den Folgen einer Verletzung, die es sich zuvor in einer Falle von Wilderern zugezogen hatte.
Auf Borneo bereitet sich Aris Team daher schon seit Monaten darauf vor, „Pari“ so schonend wie möglich einzufangen und umzusiedeln: Die Tierschützer hoben Fallgruben aus, die sie bereits mit Rindern testeten. Auch die restlichen Abläufe wurden geübt, „damit das Tier nicht unter Stress gerät“, wie Ari sagte. Nach dem Einfangen soll „Pari“ in eine Einrichtung gebracht werden, wo sie vor der Eizellentnahme erst einmal beobachtet wird. Wenn die künstliche Befruchtung im Labor gelingt, soll das Nashorn-Baby wahrscheinlich von einem Leihmuttertier ausgetragen werden.
2024 war es deutschen Wissenschaftlern gelungen, einen durch künstliche Befruchtung erzeugten Embryo eines Südliches Breitmaulnashorns erfolgreich in ein Nashorn einzusetzen. Die Technik könnte nach Angaben des Erhaltungsprogramms Biorescue unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin auch anderen Nashorn-Arten helfen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.