Di, 14. August 2018

„Wahnsinnig stark“

06.08.2018 09:58

Mysteriöses außerirdisches Radiosignal empfangen

Ein Ende Juli mit einem kanadischen Teleskop aufgefangener mysteriöser Radioblitz stellt Forscher vor ein Rätsel. Das nur wenige Millisekunden dauernde Signal, dessen Frequenz bei 580 Megahertz lag, sei eines der bis dato ungewöhnlichsten, das jemals empfangen wurde, schreiben Experten im „Astronomer‘s Telegram“ („ATel“), das über astronomische Beobachtungen berichtet.

Das mysteriöse Signal, ein sogenannter Fast Radio Burst (kurz FRB), der die Katalognummer FRB 180725A erhielt, sei am 25. Juli dieses Jahres mit CHIME (The Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment), einem Radioteleskop in den Bergen der kanadischen Provinz British Columbia, empfangen worden, schreiben die Forscher. 

„Wahnsinnig starke Quelle irgendwo im Kosmos“
Die Frequenz des Radiosignals lag demnach weit unter 700 Megahertz (580 Megahertz) und sei damit der bisher niedrigste Frequenzwert, der jemals bei Fast Radio Bursts gemessen wurde, heißt es im „ATel“. Das deute darauf hin, dass der Radioblitz von einer „wahnsinnig starken Quelle irgendwo im Kosmos stammte“, so die Astronomen. Das Studium des seltsamen Signals könnte bessere Hinweise geben, wie sich diese extragalaktischen Radiowellen bilden und woher sie kommen.

Botschaften einer außerirdischen Zivilisation?
Erst seit etwa zehn Jahren kennt die Wissenschaft das Phänomen mysteriöser Fast Radio Bursts, die viel kürzer sind als ein Wimpernschlag und scheinbar unregelmäßig am Himmel aufflackern. Nach wie vor sei unklar, ob FRB-Signale von astrophysikalischen Quellen - etwa verschmelzenden Neutronensternen (Bild unten) - stammen oder ob es sich um starke Signale von außerirdischen Zivilisationen handle, sagen Experten. Wegen ihrer extrem kurzen Dauer ist der genaue Ursprung der Radioblitze nur sehr schwer zu bestimmen.

Forscher: „Künstlichen Ursprung“ erwägen
Avi Loeb vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik in Cambridge (Massachusetts) erklärte im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit den aktuellsten Forschungsergebnissen zu den Fast Radio Bursts, dass ein „künstlicher Ursprung“ der Signale (sprich: außerirdische Intelligenz) in Erwägung zu ziehen ist. Andere mögliche Ursprünge seien Supernovae (explodierende Sterne), supermassive Schwarze Löcher (Bild unten) oder verschiedene andere Quellen mächtiger elektromagnetischer Strahlung, wie beispielsweise Pulsare.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.