30.05.2020 06:00 |

Lokalaugenschein

Spannender Einsatz zwischen Wald und Grenzstation

Allein am slowenischen Grenzübergang Karawankentunnel gab es an einem Tag 2000 Kontrollen und mehr als 100 Rückweisungen. Insgesamt werden an allen Kärntner Übergängen täglich sogar mehrere Tausend Fahrzeuge kontrolliert, mehreren Hundert Personen wird die Einreise verwehrt. Unterstützt wird die Polizei in Kärnten aktuell nicht nur von den einberufenen Milizsoldaten, sondern auch von Berufssoldaten wie Pionieren, Fernmeldern, Militärmusikern und Grundwehrdienern. Im Rahmen eines militärischen Kurses konnte sich auch „Krone“-Redakteur und Milizsoldat Alex Schwab ein Bild vom Einsatz und der Stimmung innerhalb der Truppe machen.

Der kleine Kärntner Grenzübergang in Lavamünd ist beispielsweise von 5 bis 23 Uhr geöffnet. Neben zwei Polizisten halten dort sechs Soldaten die Stellung - wobei zwei als verlängerter Arm des Gesundheitsministeriums agieren, Fieber-Checks durchführen und durch die Behörde auch Corona-Quarantänen verhängen. So endete diese Woche für einen Steirer eine Motorradausfahrt mit Quarantäne. Der Knittelfelder fuhr über Spielfeld nach Slowenien, wollte über Lavamünd wieder zurück nach Österreich - doch dort fasste er dann zwei Wochen Quarantäne aus.

Nach wie vor Aufgriffe von illegalen Migranten
Soldaten unterstützen die Polizei jedoch nicht nur an den Übergängen: Rund um die Uhr werden zusätzlich motorisierte Patrouillen entlang der grünen Grenze durchgeführt und dabei nach wie vor auch illegale Migranten aufgegriffen oder abgewiesen. In Thörl-Maglern an der italienischen Grenze führte die Polizei zuletzt eine Schwerpunktaktion am Bahnhof durch - sämtliche Güterzüge wurden kontrolliert. „Es kommt immer wieder vor, dass sich Personen auf den Ladeflächen verstecken, um sich so illegal nach Österreich einzuschleusen“, schildert ein Beamter.

Bei der Polizeiaktion waren auch Marcel W. und Lucas R. dabei. Die jungen Kärntner absolvieren gerade ihren Grundwehrdienst und stehen seit dieser Woche an der Grenze im Einsatz: „Für uns ist es spannend und wir sind froh, dass wir nicht nur in der Kaserne sind, sondern an einem realen verantwortungsvollen Einsatz mit der Polizei teilnehmen können.“

Während die „Corona-Soldaten“ unbewaffnet, aber in Schutzanzug Kontrollen und Checks durchführen, sind die „Grenzsoldaten“ bewaffnet und dem Einsatz entsprechend ausgerüstet. Zur Ausrüstung zählen unter anderem Pistole samt Munition, Pfefferspray, Stichschutzweste, Feldstecher, Nachtsichtgerät und natürlich Mundschutz.

Alex Schwab, Kronen Zeitung

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