08.04.2020 17:30 |

Nachfrage steigt

Zitronen zur Desinfektion: Preise explodieren

Auf der Suche nach wirksamen Desinfektionsmitteln stoßen immer mehr Leute auf Zitronen. Das wirkt sich inzwischen stark auf die weltweite Nachfrage aus: Die Preise haben sich nahezu verdoppelt. Wirkungsnachweise gegen das Coronavirus fehlen allerdings.

Wegen der Coronavirus-Epidemie ist die Nachfrage nach Zitronen in Europa und auf der ganzen Welt stark gestiegen. In Verbindung mit der durch den Klimawandel schlechteren Ernte in Spanien ziehen die Preise nun deutlich an.

Türkei beschränkt Export
Zitronen gelten als natürliches Desinfektionsmittel und sind daher derzeit besonders gefragt. Viele Konsumenten nutzen die Zitrusfrucht aber auch verstärkt wegen ihres hohen Vitamin C-Gehalts. Die Nachfrage nach sizilianischen Zitronen kletterte um 30 Prozent, die Türkei kündigte am Mittwoch sogar an, die Ausfuhren aufgrund der starken Nachfrage am Heimmarkt einzuschränken.

Wirkungsnachweis für Coronaviren fehlt
Zitronensäure ist zwar in einigen Desinfektionsmitteln enthalten. Ob Zitronensaft auch gegen Coronaviren wirkt, ist aber noch unklar. In Experimenten mit Noroviren konnten Forscher zeigen, dass sich die Säure an die Viren bindet und dafür sorgt, dass sich deren Struktur verändert. Bis ein Wirkungsnachweis bezüglich Coronaviren vorliegt, sollte man aber jedenfalls auf die altbewährte Seife und „normale“ Desinfektionsmittel zurückzugreifen.

Preise explodieren
Die Folge: Aufgrund der starken Nachfrage haben sich die Preise für Zitronen der Amalfi-Küste in der süditalienischen Region Kampanien gegenüber dem Vergleichszeitraum im vergangenen Jahr auf bis zu 1,5 Euro pro Kilo verdoppelt. Italien ist nach Spanien der zweitstärkste europäische Zitronenproduzent mit einer beackerten Fläche von über 25.000 Hektar. 87 Prozent der Produktion stammt aus Sizilien, Zitronen werden auch in Kampanien und Basilikata produziert.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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