12.03.2020 10:13 |

WK und SVS gefragt

Coronavirus: Unterstützung für Betriebe gefordert

Die empfohlenen Maßnamen zur Eindämmung des Coronavirus werden Kleinst- und Kleinunternehmer empfindlich treffen. SPÖ Kärnten Landesgeschäftsführer Andreas Sucher, SPÖ Wirtschaftssprecher Jakob Strauss und SWV Präsident Fredy Trey fordern ein Äquivalent zum bezahlten Pflegeurlaub sowie finanzielle Überbrückungshilfen für Kleinst- und Kleinunternehmer. Coronavirus soll vom Unterstützungsfonds der SVS und dem Katastrophenfond der Wirtschaftskammer Kärnten berücksichtigt werden.

„Wir brauchen von Seiten des Bundes und der Wirtschaftskammer umgehend ein finanzielles Unterstützungspaket für Kleinst- und Kleinunternehmer. Der Coronavirus darf nicht zur existenziellen Bedrohung werden, für die Unternehmen, die tatsächlich das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft darstellen. Bezahlter Pflegeurlaub und finanzielle Überbrückungshilfe bei Einbussen auf Grund des Coronavirus - das muss umgehen in Angriff genommen werden“, stellt Sucher klar. Wenn Schulen aufgrund behördlicher Maßnahmen gesperrt werden und die Kinder zu Haus bleiben, sind Arbeitnehmer berechtigt von der Arbeit fernzubleiben und haben Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung. 

Kleine Betriebe besonders gefährdet
„Was macht ein Einzelbetrieb? Was macht eine alleinerziehende, selbstständig erwerbstätige Mutter? Sie bleibt natürlich auch bei ihrem Kind zu Hause - aber ohne bezahlten Pflegeurlaub. Der Coronavirus ist eine Ausnahmesituation und benötigt entsprechende Handhabung. Wir dürfen niemand im Stich lassen, wir brauchen deshalb umgehend ein Äquivalent zum bezahlen Pflegeurlaub für Kleinst- und KleinunternehmerInnen die von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind “, so Jakob Strauss. Abgesagte Termine, Events und Veranstaltungen. Zu erwartende Lieferengpässe, ausbleibende Kundenkontakte und stornierte Aufträge - die Auswirkungen der empfohlenen Eindämmungsmaßnahmen treffen das Wirtschaftsleben auf vielen Ebenen. Anders als Konzerne können die meisten kleinen Unternehmen aber nicht auf Rücklagen zurück greifen.

Sozialversicherung als Hilfsnetz?
Als konkretes Instrument zur Hilfe würde sich der Unterstützungsfonds der SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen) anbieten. „Der Fonds ist unter anderem für außergewöhnliche Ereignisse, schwere Erkrankungen und Naturkatastrophen angelegt. „Er sollte nun dringend um Ausnahmezustände auf Grund von außergewöhnlichen Ereignissen ergänzt werden. Darüber hinaus muss ein Punkt für außergewöhnlichen Belastungen aus unvorhergesehener notwendiger Kinder- und Familienbetreuung in den Fonds aufgenommen werden“, so Trey.

Wirtschaftskammer soll helfen
Auch der Katastrophenfond der WKO könnte diese Punkte mit in die Berechtigungskriterien aufnehmen. Ein Virus und daraus entstehende Kosten/Nichteinkommen sind nicht in der Versicherungsdeckung als „Katastrophe“ vorgesehen. Hier sollte nachgebessert werden. „Der Bund und die Wirtschaftskammer sind jetzt gefordert die EPU und KMU zu unterstützen. Die Auswirkungen des Coronavirus sind bereits spürbar und ich empfehle allen Unternehmer auch dezidiert, diese zu dokumentieren, falls sie davon betroffen sind. Wir dürfen nicht die Menschen im Ungewissen lassen, deren Mut und Einsatz Österreich zu dem hervorragenden Wirtschaftsstandort gemacht hat, der er heute ist. Wir fordern deshalb umgehend finanzielle Unterstützung für Kleinst- und Kleinunternehmer“, sagt Fredy Trey, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Kärnten.

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