Kassen-Defizit

Runder Tisch: Keine Kürzungen oder Selbstbehalte

Politik
19.02.2020 20:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) einberufenen Runden Tisch zur finanziellen Lage der Österreichischen Gesundheitskasse haben sich die Teilnehmer am Mittwochabend eher zugeknöpft gezeigt. Es habe sich um ein „sehr konstruktives“ Gespräch gehandelt, hieß es seitens der Gewerkschaft. Zudem seien Selbstbehalte und Leistungskürzungen als Gegenmaßnahmen zum drohenden Milliardendefizit ausgeschlossen worden.

Wie berichtet, rechnet die Gesundheitskasse damit, bis 2024 ein Defizit in der Höhe von 1,7 Milliarden Euro aufzubauen. Der ÖGB bekräftigte nach Angaben der Leitenden ÖGB-Sekretärin Ingrid Reischl seine Forderungen nach gleichen Leistungen und einem Risikoausgleich zwischen den Kassen. Dieser würde vorsehen, dass die Kassen für Beamte oder Selbstständige, die pro Kopf viel höhere Einnahmen haben, einen Teil der Einnahmen an die ÖGK abführen. „Dieses Modell gibt es auch in anderen Ländern“, verwies Reischl kürzlich auf Deutschland oder die Schweiz.

Gesundheitsminister hofft auf valide Zahlen
Gesundheitsminister Anschober wollte sich nach dem Runden Tisch vorerst nicht äußern. Zuvor hatte der Ressortchef die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, nun endlich unbestreitbare und valide Zahlen zum Defizit vorgelegt zu bekommen. Denn nur daraus könnten die notwendigen Konsequenzen abgeleitet werden, argumentierte Anschober. Die bisher lancierten Daten wurden nämlich ebenso wie die von Türkis-Blau versprochene Patientenmilliarde unter anderem von Ökonomen in Zweifel gezogen.

Steuerzuschüsse aus dem Bund notwendig?
Die Frage, ob die ÖGK womöglich kurz- und mittelfristig mehr Steuerzuschüsse aus dem Bund nötig habe, beantwortete Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im Pressefoyer nach dem Ministerrat nicht. Wichtig sei jetzt einmal der Runde Tisch, der die nötige „Zahleninterpretation“ liefern soll.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Politik
19.02.2020 20:53
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung