Die Grünen hätten im Wahlkampf Werte zur Abstimmung gestellt: "Aus meiner Sicht haben wir jetzt einmal kein Mandat für Verhandlungen auf dieser Wertebasis", meinte Reimon. Er stelle sich daher auf Oppositionsarbeit im Landtag ein. Politisch werde es "keine Kehrtwendung", aber eine Verschiebung in gewissen Schwerpunkten geben.
Man werde mit SPÖ, ÖVP und der Liste Burgenland Gespräche führen. Eine "Arbeitsteilung" mit anderen Fraktionen sei angesichts des Anspruchs, eine "Vollprogramm-Partei" zu sein, nicht möglich, so Reimon. Eine Kooperationsbasis werde es jedoch geben, alleine schon im Hinblick darauf, Anträge stellen zu können.
Grüne hadern mit neuem Wahlrecht
Als einen der wichtigsten Gründe, warum laut einer ersten Analyse der Wahlerfolg ausgeblieben sei, nannte Landessprecher Josko Vlasich eine zu geringe Verankerung in den 171 Gemeinden des Burgenlandes: "Das in Kombination mit dem neuen Wahlrecht hat uns offensichtlich ins Hintertreffen gebracht."
Dass Reimon als Spitzenkandidat viel zu spät präsentiert worden sei, "das muss ich wohl auf meine Kappe nehmen", meinte Vlasich. Dass die Grünen viele frühere Unterstützer an die Gruppe der Nichtwähler verloren, hänge nach Ansicht des Landessprechers auch mit den diesmal besonders guten Prognosen zusammen.
Vlasich wird wieder als Lehrer werken
Der Landessprecher will im September wieder seinen Lehrerjob antreten. Als Bezirkssprecher in Oberpullendorf und Gemeinderat stehe er den Grünen weiter zur Verfügung. Über die künftige Arbeitsbasis für einzelne Mandatare ohne Klubstatus im Eisenstädter Landhaus soll es in den kommenden Tagen Gespräche geben. "Das ist, wie wenn man einen Nachlass zu verwalten hat", beschrieb Vlasich, der im Jahr 2000 mit Grete Krojer für die Grünen erstmals in den burgenländischen Landtag eingezogen war und jetzt die Auflösung des Klubs abwickeln muss, seine Gefühlslage.
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