07.10.2019 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Regierungsbildung: Erst schießen, dann fragen?

Nach 130 Jahren treuer Dienste hätte sich die SPÖ ein wenig Mitleid verdient. Es gehört sich auch nicht, auf am Boden Liegende hinzutreten. Die Sozialdemokraten fangen sich schon wieder. Dafür werden sie künftig ohnehin jede Menge Zeit haben.

Womit wir beim eigentlichen Thema wären: dem Faktor Zeit. Am vergangenen Wochenende war bereits erste Unruhe in den sogenannten besseren Kreisen zu spüren. Ohne lange Vorgespräche die künftige Koalition innerlich flott festlegen, nichts kompliziert machen, fertig verhandeln, basta!

So erwarten sich das bereits eine Woche nach der Nationalratswahl ein neubürgerlicher Chefredakteur und ein sich nicht minder an die Türkisen anschmiegender Unternehmensberater öffentlich von Sebastian Kurz. Das wäre eine Regierungsbildung nach dem Prinzip der Italowestern: erst schießen, dann fragen.

Nach den Erfahrungen mit der türkis-blauen Koalition sollte es der alte und auch künftige Bundeskanzler bei der Partnerwahl allerdings besser mit Geduld angehen. Die Übergangsregierung ist zwar nicht unbedingt der ganz große Heuler, aber mit erstklassigen Leuten wie etwa einem Außenminister Alexander Schallenberg ein verlässliches Team.

Kurz’ Maxime muss daher jetzt sein, dass Qualität vor Tempo zu stehen hat. Österreich braucht nach dem Desaster in Blau eine solide Regierung für mehr als nur 17 Monate. Dieses Ziel erreicht keiner im Schweinsgalopp.

Claus Pándi, Kronen Zeitung

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