15.07.2019 12:40 |

Shitstorm nach Posting

Ist das Töten eines Löwen wirklich so romantisch?

Geschmackloser geht es wohl nicht mehr: Ein Pärchen aus Kanada hat die Tötung eines majestätischen Löwen in Südafrika mit einem morbiden Schnappschuss zelebriert. Die Kanadier gaben sich vor dem Kadaver der erlegten Großkatze einen innigen Kuss. Zahlreiche Menschen finden diesen Anblick der beiden Jäger jedoch gar nicht romantisch, sondern vielmehr abstoßend - der Fall löste sowohl einen Shitstorm als auch eine Diskussion über das lukrative Geschäft mit Jagdreisen aus.

Darren und Carolyn Carter teilen eine blutige Leidenschaft: Sie jagen und töten gerne exotische Tiere. Bei dem Veranstalter „Legelela Safaris“ buchten die Kanadier eine Reise, um diesem Hobby nachzugehen. Mit einer Urlaubserinnerung, die von der Agentur auf Facebook geteilt wurde, zogen sich die beiden allerdings den Zorn zahlreicher Tierschützer zu.

Reiseveranstalter nimmt Facebook-Seite offline
Den zärtlichen Kuss hinter dem abgeschossenen Löwen als Trophäe halten die meisten Betrachter für wenig märchenhaft. International wurde über den geschmacklosen Schnappschuss berichtet. Der Reiseveranstalter dürfte wegen dieses Shitstorms seine Facebook-Seite gelöscht haben. Unter der Webadresse, unter der man am Montagvormittag noch Hunderte Fotos von Jägern hinter ihrer abgeschlachteten Beute fand, bekommt man nun nur noch die Mitteilung „Leider ist dieser Inhalt derzeit nicht verfügbar“ zu lesen.

Erst im Vorjahr sorgte eine US-Amerikanerin mit einem ähnlichen Bild für negative Schlagzeilen: Die Blondine musste sich den Vorwurf gefallen lassen, eine „weiße Barbarin“ zu sein, als sie eine seltene schwarze Giraffe erlegte.

Für Empörung hatte auch ein Landsmann der Großwildjägerin ein paar Jahr zuvor gesorgt: Er tötete den Besuchermagnet und das „Gesicht“ des Hwange-Nationalparks, einen Löwen namens „Cecil“. Der Zahnarzt soll 50.000 US-Dollar (rund 44.000 Euro) für den Abschuss mit Pfeil und Bogen gezahlt haben.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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