10.07.2019 15:00 |

Risiko-Reaktoren

„Wir werden uns gegen Atomgefahr wehren“

Mit geharnischter Kritik aus Österreich sieht sich die tschechische Regierung wegen ihres massiven Atomausbau-Programms konfrontiert. Wie berichtet, sollen im Pannen-AKW Temelin sowie in der grenznahen Uralt-Anlage Dukovany neue Meiler errichtet werden.

„Jetzt ist Schluss mit lustig! Es kann nicht sein, dass ein Pannenreaktor wie Temelin oder Dukovany unter dem Deckmantel der sauberen Energie ausgebaut werden. Das ist verantwortungslos und gefährlich. Wir werden uns zu wehren wissen“, kritisiert der niederösterreichische Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP). Er kämpft seit Langem gegen den Ausbau der Atomkraft in unseren Nachbarländern - gegen Dukovany wurden in Niederösterreich 64.000 Unterschriften gesammelt.

„EU muss Förderungen streichen“
Hauptforderung: Die EU muss für alle Regionen, die nicht aus der Atomkraft aussteigen, Förderungen streichen. Dass die Energiewende mit Wasser, Wind und Sonne nur für „reiche Länder“ sei, wie der tschechische Industrieminister Karel Havlicek behauptet, ist für Pernkopf „glatter Unsinn“.

Kanzlerin: „Österreich lehnt Atomenergie ab“
Kanzlerin Brigitte Bierlein äußerte sich vage, aber doch zur Öko-Krise: „Österreich ist und bleibt aus Überzeugung Vorreiter bei der erneuerbaren Energie und lehnt Atomenergie ab.“ Von den Grünen ist wie bei Mercosur auch jetzt nichts zu hören.

Das AKW Dukovany liegt nur 35 Kilometer, das AKW Temelin nur rund 60 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Zuletzt hatten die neuen Reaktorblöcke des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce für Schlagzeilen gesorgt. Nach Berichten über massive Baumängel und dem Versagen der Bauaufsicht wurde der Start um mehrere Monate verschoben.

Mark Perry und Christoph Matzl, Kronen Zeitung/krone.at

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