11.07.2019 17:00 |

Wer isst was?

Ein Querschnitt durch Europas Küchen

Geprägt durch Kultur, Klima und Nahrungsangebot, hat jedes Land seine eigene Küche entwickelt. Doch Ländergrenzen sind nicht immer ein Indikator dafür.

Die französiche Pissaladiére und die italienische Pizza sind da wohl ein gutes Beispiel. Beide sind sie Teigfladen aus Germteig, nur der Belag ändert sich. Trotz vieler Gemeinsamkeiten wird die eigene Nationalküche oft als Stolz angesehen und andere eher abgewertet. Obwohl tief im Herzen wohl auch die Franzosen gerne Pizza essen und die Italiener wohl auch nichts gegen eine schmackhafte Mousse au chocolat hätten. Doch aus Patriotismus würde man das nie laut zugeben!

Die italienische Küche hat auch weitaus mehr zu bieten als bloß Pizza und Pasta. Im Gegensatz zu unserer Menüfolge aus zumeist drei Gängen, bieten Italiener ihren Gästen zumeist 4 Gänge an. Diese bestehen aus antipasto, primo piatto, secondo piatto, dessert. Die Italiener verspeisen also gleich zwei Hauptspeisen. Trotzdem fällt die Rate der Übergewichtigen Italiener geringer aus als die der Österreicher. Ein klassisches italienisches Menü bestünde also aus einem Caprese Salat, gefolgt von einer Pasta alla Norma, als zweiten Hauptgang Ossobuco geschmorte Kalbshaxenscheiben, und als Dessert eine klassische Panna Cotta. Es muss natürlich nicht bei 4 Gängen bleiben. Das Menü kann nach Lust und Laune erweitert werden. Nur weniger sollte es nicht sein.

Großbritannien ist nicht gerade für seine guten Gerichte bekannt. Stattdessen kennt man eher ganze Mahlzeiten wie das Englische Frühstück und den Nachmittagstee. Zur „Tea time“ wird allerdings nicht nur Tee getrunken, sondern auch eine kleine Mahlzeit, ähnlich dem „Goûter“ oder unserer Jause, eingenommen. Typischerweise verspeist man dabei kleine Sandwiches oder Scones. Doch auch dort wird auf die Nachbarn Rücksicht genommen. So serviert man zum Tee auch gerne französische Eclairs oder Madeleines.

Dass Österreich geschichtlich stark beeinflusst ist, kann man noch gut erkennen, denn viele verschiedene Länder prägen die österreichische Küche. Sogar unser Apfelstrudel wurde eigentlich aus dem Osmanischen Reich zugetragen. Palatschinken und Gulasch sind ebenfalls ungarische Spezialitäten. Wenigstens das Wiener Schnitzel bleibt uns noch. Doch obwohl viele Gerichte gar nicht tatsächlich österreichisch sind, sind wir doch für die guten Speisen bekannt. Einmal einen noch warmen Apfelstrudel auf der Zunge zergehen lassen, ist es doch egal, wo er seine Wurzeln hat.

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