27.06.2019 22:59 |

Traurige Gewissheit

Gasexplosion in Wien: Zweites Todesopfer gefunden

Nun ist es traurige Gewissheit: Die verheerende Gasexplosion am Mittwoch in Wien-Wieden hat wie befürchtet zwei Todesopfer gefordert. Nachdem Donnerstagfrüh die Leiche einer zweifachen Mutter (29) gefunden wurde, wurde in den Abendstunden ein weiterer Toter in dem zerstörten Haus entdeckt. Ob es sich bei ihm um den vermissten 22-jährigen Koch handelt, konnte die Feuerwehr noch nicht bestätigen.

Laut Polizeisprecher Paul Eidenberger sei die männliche Leiche kurz vor 20 Uhr gefunden worden.

Zwei Tote, zwei Schwer- und etliche Leichtverletzte
Damit hat die Gasexplosion vom Mittwochnachmittag zwei Menschenleben gefordert, ein 31-Jähriger und ein 54-Jähriger wurden schwer verletzt. Dazu kommen insgesamt 13 Leichtverletzte, unter ihnen auch ein Feuerwehrmann.

Keine weiteren Opfer befürchtet
Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf schloss aus, dass es weitere Opfer gibt. Zu dem am Donnerstagabend gefundenen Todesopfer wurde eine Obduktion angeordnet.

Der Einsatz gestaltete sich für die Feuerwehr äußerst schwierig - nachdem die Helfer den Schuttkegel händisch abgetragen hatten, kam am späteren Donnerstagnachmittag ein schwerer Bagger für die großen Mauerstücke zum Einsatz. „Durch den Einsatz des Baggers ging es sehr rasch beim Abräumen des Trümmerkegels“, sagte Schimpf . Weitere Opfer könne man ausschließen, weil der Schutt bis auf jene Geschoßebene abgetragen worden sei, die intakt geblieben ist. In der Nacht auf Freitag wurden die Sicherungsarbeiten eingestellt, diese sollten in der Früh wieder fortgesetzt werden. 

Sobald die Sicherung abgeschlossen ist, übergibt die Feuerwehr die Arbeiten sukzessive an eine Baufirma. Unterdessen hat bereits die Ursachenerforschung begonnen. Die Brandermittlergruppe des Landeskriminalamtes begleitete am Donnerstag bereits die Arbeiten der anderen Einsatzkräfte.

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich als äußerst gefährlich: Es stürzten immer wieder Teile des Dachs und des Mauerwerks in die Tiefe, Schutt rutschte nach, was die Rettungs- und Sicherungsmaßnahmen der Wiener Berufsfeuerwehr erschwerte. Da zu befürchten war, dass das Haus einstürzt, wurden die Feuerwehrmänner mit Leinen gesichert, so dass sie - sollten während der Bergungsarbeiten Trümmer vom Dach oder der beschädigten Fassade krachen - rasch ins Freie gezogen werden können. Aus diesem Grund bekam eine Drohne vorerst keine Starterlaubnis, mit deren Hilfe Aufnahmen vom Inneren des schwer in Mitleidenschaft gezogenen Gemeindebaus erstellt hätten werden sollen. Die Drohne hätte die Einsatzkräfte behindert, womöglich gefährdet.

50 bis 70 Kräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, denen bei ihrer Tätigkeit auch die Hitze zu schaffen machte. Spezialisten begannen damit, Geschoßdecken, die aufgrund der Explosion übereinanderzuliegen gekommen waren, von oben schrittweise abzutragen. Sie wechselten sich regelmäßig ab, um sich wechselseitig unerlässliche Arbeitspausen zu ermöglichen. Ein Feuerwehrmann wurde dessen ungeachtet leicht verletzt, er musste mit Schnittverletzungen in einem Spital behandelt werden.

Neben der getöteten Frau waren in Folge der Explosion zwei Schwerverletzte - ein 31 Jahre alter Mann, der in seiner Wohnung von herabfallendem Gemäuer getroffen wurde, und ein 54 Jahre alter Mann aus dem vis-a-bis gelegenen Gebäude - zu beklagen. Etliche Leichtverletzte, die Schnittverletzungen, Verbrennungen oder Prellungen erlitten hatten, konnten in häusliche Pflege entlassen werden. Donnerstagfrüh befanden sich nur mehr drei Leichtverletzte in Spitalsbehandlung.

Die unmittelbaren Nachbargebäude und angrenzende Häuser, an denen bedingt durch die heftige Detonation Schäden an der Bausubstanz und durch Glasbruch aufgetreten sind, sind nicht einsturzgefährdet, hieß es seitens der Feuerwehr. Anrainer durften am späten Nachmittag notwendigste Sachen aus ihren Wohnungen holen. Dies betraf Bewohner der nicht betroffenen Stiege zwei des Hauses an der Ecke Preßgasse - Schäffergasse sowie des Hauses gegenüber des zerstörten Gebäudes. Die Bewohner sollten notwendigste Dinge wie Geld, Dokumente, Ausweise oder dringend benötigte Medikamente mitnehmen.

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