27.06.2019 18:07 |

Folgeeinstürze möglich

Gasexplosion: Trauer um zweifache Mutter (29)

Einen Tag nach der verheerenden Gasexplosion in Wien-Wieden mit 15 Verletzten (unter ihnen auch ein Feuerwehrmann) herrscht Fassungslosigkeit. In der Nacht wurde in den Trümmern des eingestürzten fünfstöckigen Gebäudes die Leiche einer zweifachen Mutter (29) gefunden. Nach einem weiteren vermissten Bewohner wurde den ganzen Tag über unter gefährlichsten Bedingungen gesucht (siehe Video oben). „Die Gefahr eines Folgeeinsturzes ist sehr groß“, so Gerald Schimpf von der Wiener Berufsfeuerwehr am Donnerstagnachmittag. Am Abend dann die traurige Gewissheit: Die Einsatzkräfte fanden eine zweite Leiche in den Trümmern.

Bis in die Nacht auf Donnerstag hinein sah es so aus, als wären alle Anrainer des Hauses an der Ecke Preßgasse und Schäffergasse mit dem Leben davongekommen. Am späten Abend zählte man 15 Verletzte - unter ihnen ein Mieter, der aus dem Gebäude geschleudert wurde und kurzfristig in Lebensgefahr schwebte -, doch Tote schien es keine zu geben. Bis die Suchtrupps mit Ortungsgeräten und Spürhunden der Feuerwehr auf den leblosen Körper einer Mutter (29) zweier kleiner Kinder stießen. Sie war von dem gigantischen Trümmerberg erschlagen worden.

Den ganzen Donnerstag über wurde bei Hitze und Einsturzgefahr nach einem Vermissten - er wurde in einer Wohnung im dritten Stock vermutet - teils händisch gegraben. Gegen 20 Uhr stießen die Helfer laut Polizei auf eine männliche Leiche. Die Identität des zweiten Todesopfers steht noch nicht zweifelsfrei fest, eine Obduktion wurde angeordnet.

Beim „Krone“-Lokalaugenschein am Tag eins nach dem Gasdrama herrschte nach wie vor Chaos. Eine aus dem Urlaub zurückkehrende Familie durfte nicht ins Haus, alle Wertgegenstände befinden sich noch darin. In einer Schule richtete die Stadt ein Angehörigen-Infozentrum ein, ein Kriseninterventionsteam war vor Ort. Am frühen Abend durften dann Bewohner der benachbarten Häuser in Begleitung der Feuerwehr in ihre Wohnungen, um Dokumente und wichtige Medikamente zu holen. 

Genaue Ursache weiter unklar
Experten gehen „aufgrund der langsamen und breitflächigen Detonationsverbreitung“ von einem Gasgebrechen als Unglücksursache aus. Ob jedoch eine defekte Therme oder eine undichte Leitung die Explosion auslöste, müssen weitere Untersuchungen klären. Da das Gebäude jederzeit einstürzen könnte, dürfen Ermittler noch nicht hinein.

Stefan Steinkogler und Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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