Sa, 25. Mai 2019
14.05.2019 10:36

Konflikt mit dem Iran

USA erwägen Einsatz von 120.000 Soldaten in Nahost

Die USA prüfen die Entsendung von 120.000 Soldaten in die Nahost-Region für den Fall, dass der Iran beschleunigt an Atomwaffen arbeitet oder US-Truppen angreift. US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan habe den Plan vorigen Donnerstag den Sicherheitsberatern von Präsident Donald Trump vorgelegt, heißt es in einem Medienbericht.

Eine Invasion des Iran sehe der Plan nicht vor, dafür wären erheblich mehr Truppen nötig, schrieb die „The New York Times“ am Montag. Beim Einmarsch in den Irak 2003 hätten die USA allerdings Truppen einer ähnlichen Größenordnung eingesetzt. Unklar sei, ob Trump der Entsendung einer solch großen Anzahl Soldaten in die Region zustimmen würde.

Die Überarbeitung der Militärpläne sei von Trumps Sicherheitsberater John Bolton angeordnet worden, hieß es in dem Bericht weiter. Der Plan spiegle den Einfluss Boltons wider, der schon unter Präsident George W. Bush auf eine Konfrontation mit dem Iran gedrängt habe.

Pompeo sucht internationale Unterstützung
Der Konflikt der USA mit dem Iran hat sich mit der Verhängung neuer US-Sanktionen gegen die Islamische Republik und Berichten über angebliche Sabotageangriffe auf Handelsschiffe im Persischen Golf verschärft. US-Außenminister Mike Pompeo sucht derzeit international Unterstützung für die Haltung der USA. Am Montag kam er ohne Einladung zum EU-Außenministertreffen, am Dienstag trifft er sich in Sotschi mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow. Die EU äußerte sich besorgt über die Gefahr einer militärischen Eskalation am Persischen Golf, wo die USA mit Militärstützpunkten, ihrer Luftwaffe und Flotte präsent sind.

Weber: „Europa muss sich diplomatisch einbringen“
Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) bei der EU-Wahl, Manfred Weber, sprach sich für eine Vermittlerrolle der EU im Iran-Konflikt aus. „Europa muss die Kraft aufbringen, sich diplomatisch einzubringen, damit der Konflikt nicht noch weiter eskaliert“, sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine militärische Konfrontation müsse „unter allen Umständen verhindert werden“. Hauptziel der diplomatischen Bemühungen müsse sein, eine nukleare Aufrüstung des Iran zu verhindern.

Der EVP-Spitzenkandidat verteidigte den Atomdeal mit dem Iran und kritisierte in diesem Zusammenhang die Strategie Washingtons: „Ich halte es für falsch und hochproblematisch, dass die USA das Atomabkommen gekündigt haben.“ Es sei eine Chance vertan worden.

„Die Kriegsgefahr ist groß“
Der frühere deutsche Botschafter in Washington, Jürgen Chrobog, warf den USA wegen der Verlegung von US-Kriegsschiffen und -Langstreckenbombern in die Nahost-Region Kriegstreiberei vor. „Die totale Aufrüstung in der Golf-Region ist hochgefährlich“, sagte Chrobog am Dienstag dem SWR. Schon ein kleiner Zwischenfall könne zur Eskalation führen: „Die Kriegsgefahr ist groß.“

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Keine Eigenwerbung
Rapids B-Elf muss sich Altach 1:2 geschlagen geben
Fußball National
Tadic-Doppelpack
3:0! Hartberg hält die Klasse aus eigener Kraft
Fußball National
Tiroler steigen ab
Innsbruck siegt - und ist doch DER große Verlierer
Fußball National
DFB-Pokal im TICKER
LIVE: Bayern oder Leipzig: Wer siegt im Cupfinale?
Fußball International
Hafenecker: „Hetzjagd“
FPÖ kündigt die Auflösung von zwei Vereinen an
Österreich
Einschnitte nötig
Philipp Lahm - mit Firma am finanziellen Abgrund!
Fußball International
Das große Interview
„Es gibt nichts, wovor ich noch Angst habe“
Österreich

Newsletter