Mo, 20. Mai 2019
03.05.2019 13:16

Mittels MRT-Aufnahmen

US-Forscher machen Selbstmord-Gedanken sichtbar

An der Carnegie Mellon University (CMU) in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania ist es Forschern laut eigenen Angaben gelungen, mithilfe modernster Technologie Selbstmord-Gedanken sichtbar zu machen. Die Experten nutzen die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), um Aufnahmen des Gehirns zu machen und auffällige Aktivitäten zu identifizieren.

An der Untersuchung der CMU-Wissenschaftler nahmen 34 Probanden teil. Die Hälfte von ihnen hatte noch nie an Selbstmord gedacht, die andere Hälfte hatte bereits einmal Suizid-Gedanken gehabt oder sogar einen Selbstmordversuch unternommen. Ein Team um Marcel Just verglich mittels fMRT-Scans des Gehirns, wie die Probanden auf insgesamt 30 Worte reagierten, die drei Kategorien zugeordnet waren.

Die erste Wortgruppe (zum Beispiel „Apathie“, „Tod“, „Verzweiflung“) befasste sich mit dem Thema Selbstmord, die zweite Wortgruppe enthielt positive Vorstellungen (etwa „glückselig“, „sorglos“ oder „trösten“) und die dritte Kategorie beschrieb negative Vorstellungen (beispielsweise „Langeweile“, „Kritik“ oder „Ärger“).

MRT-Bilder machen Unterschiede sichtbar
Dabei zeigten sich auf den fMRT-Bildern bei sechs Worte („Tod“, „Grausamkeit“, „Ärger“, „sorglos“, „gut“ und „Lob“) deutliche Unterschiede - Probanden mit suizidalen Gedanken reagierten anders als Gesunde. Zudem wurden durch die einzelnen Worte unterschiedliche Orte im Gehirn aktiviert, was an Hand eines vermehrten Blutflusses in der betreffenden Region sichtbar wird.

„Wir können sagen, ob jemand Wut, Glück oder Traurigkeit empfindet. Wir können sagen, an welche Zahl eine Person denkt“, sagt CMU-Experte Just. Seinen Angaben zufolge kann eine spezielle Software, die die FMRT-Aufnahmen analysiert Selbstmordtendenzen mit bis zu 90-prozentiger Genauigkeit erkennen. Das Ziel der Studie sei es, Depressionen und Schizophrenie künftig schneller zu erkennen und dementsprechend zügiger zu behandeln.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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