Kastration verlangt

Kindesmissbrauch: Parteien wollen mehr Opferschutz

Kärnten
18.03.2010 13:50
Über den sexuellen Missbrauch von Kindern haben die politischen Vertreter am Donnerstag im Landtag diskutiert. Die FPK, welche die Causa zum Thema der "Aktuellen Stunde" gemacht hatte, forderte neben härteren Strafen "in besonders schweren Fällen" eine chemische Kastration der Täter. Diese Forderung wiesen SPÖ, ÖVP und Grüne einstimmig zurück. Einig war man sich darüber, dass der Opferschutz verbessert werden müsse.

FPK-Klubobmann Kurt Scheuch verlangte unter anderem eine Anzeigepflicht bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch und Gewalt, die Aufhebung der Verjährung von Missbrauchsdelikten und eine Verpflichtung zur Errichtung von Zugangssperren für Websites mit kinderpornografischen Inhalten durch die heimischen Internetservice-Provider.

SPÖ: Kirche soll Opferfonds einrichten
Herwig Seiser, der Klubchef der SPÖ, warnte in Hinblick auf die FPK-Forderungen vor übereilten Maßnahmen. Er forderte zudem die katholische Kirche auf, den Taten "einiger schwarzer Schafe im Priestergewand" ins Auge zu sehen. Die Kirche müsse die Opfer unterstützen und auch dafür sorgen, dass die Täter der weltlichen Gerichtsbarkeit ausgeliefert und entsprechend bestraft würden. Zudem müsse von der Kirche ein Opferfonds eingerichtet werden, um wenigstens "einen kleinen Teil des unermesslichen Leids" zu lindern.

ÖVP fordert Landtags-Enquete
Der Klubobmann der ÖVP, Stephan Tauschitz, machte sich für Präventivmaßnahmen stark. Es müsse verhindert werden, dass man in 20 Jahren erneut mit einer derartigen Welle von heutigen Opfern konfrontiert werde. Die ÖVP beantragte eine Landtags-Enquete, an der auch Vertreter von Jugendwohlfahrt, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, Kirche, Justiz und Gerichten teilnehmen sollten.

Grüne: bessere Hilfe bei Traumabewältigung 
Der Landessprecher der Grünen, Rolf Holub, forderte volle Transparenz - die Täter dürften sich nicht mehr hinter Institutionen und Verjährungsfristen verstecken können. Besserer Opferschutz und Hilfe bei der Bewältigung von traumatischen Erlebnissen sollten eine Selbstverständlichkeit sein, so Holub.

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