Shigeto Yoshida von der Jichi Medical University und sein Team haben mithilfe der Gentechnik etwa eine Gelse gezüchtet, die in ihrem Speichel einen Impfstoff gegen Leishmaniose produziert. Die Erreger dieser Erkrankung befallen die Haut (Orientbeule), aber auch innere Organe wie die Leber oder Lymphknoten. Leishmaniose tritt auch in Europa, z. B. im Mittelmeerraum - von Portugal bis in die Türkei - auf und ist auch in Südamerika, dort besonders in Brasilien, vertreten.
Stiche der gentechnisch veränderten Gelsen führen nach Angaben der Wissenschaftler zu einer zunehmenden Zahl der Antikörper gegen die Erreger, was auf eine erfolgreiche Immunisierung mit dem Impfstoff hindeute. Die schützende Immunreaktion gleiche der einer herkömmlichen Impfung - nur sei sie eben kostenlos, sagte Yoshida. Wer sich andauernden Stichen aussetze, könne die Immunität auf hohem Niveau sogar für ein Leben lang aufrechterhalten, heißt es in der Arbeit der Forscher, die ihre Arbeit im Fachmagazin "Insect Molecular Biology" präsentiert haben.
Idee wirft ethische Fragen auf
Damit verhalfen die Forscher einer jahrzehntealten wissenschaftlichen Theorie zum Erfolg. Allerdings werfen die "fliegenden Impfspritzen" auch ethische Fragen auf. Eine solche natürliche und damit unkontrollierte Methode zur Impfung von Menschen, ohne Dosierung und vorheriges Einverständnis, stellten eine Hürde für diese Art von Krankheitsbekämpfung dar, hieß es. Abgesehen von der Frage, ob die Öffentlichkeit es überhaupt akzeptieren würde, wenn Gelsen als "fliegende Impfspritzen" ausgesetzt würden.
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