Keine Lösung in Sicht

EM-Stadion: Niemand weiß, wie es weitergeht

Kärnten
11.03.2010 13:30
Fertigstellung des EM-Stadions oder Rückbau - die Klagenfurter Politik ist sich nach wie vor uneinig, was mit der Arena passieren soll. Stadtoberhaupt Christian Scheider (FPK) will die Vollversion, die derzeit nur ein Provisorium ist, behalten und wartet auf eine Zusage vom Bund. Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) teilte bis vor Kurzem Scheiders Meinung, hat sich aber umentschieden.

Aus dem Sportministerium hieß es: "Wir stehen zu unserer Vereinbarung vom Sommer", erklärte Stefan Hirsch, Sprecher von Norbert Darabos (SPÖ). Der Sportminister hatte sich im September des Vorjahres klar für eine Beibehaltung der Großversion und eine endgültige Fertigstellung der Arena inklusive Oberrang auf Kosten des Bundes ausgesprochen. Damit wären im Stadion 18.000 fixe Sitzplätze, für Ländermatches würde die Kapazität auf 30.000 erhöht. 

Diese Vorstellung entspricht auch den Plänen von Bürgermeister Scheider, der das Stadion nur auf 12.000 Sitze verkleinern lassen will, wenn der Bund die Finanzierung des Ausbaus verweigert oder in der größeren Variante für die Stadt Mehrkosten entstehen würden. "Es bleibt dabei, der Bund zahlt maximal 15 Millionen Euro", meinte Hirsch dazu.

Projektplan in zwei Schritten
Bei einer Besprechung auf Beamtenebene Ende Jänner wurde vereinbart, dass die Stadt Klagenfurt einen Projektplan in zwei Schritten ausarbeiten müsse. Teil eins sei die Durchführung einer Planungsphase bis Ende 2010, vorgelegt werden sollen ein Projekt-, ein Finanz- und ein Zeitplan. "Es geht ja nicht um wenig Geld", so Hirsch. 

Der zweite Schritt wäre dann die Ausbauphase, für die die Stadt aber selbst Geld in die Hand nehmen müsste, da die Kosten der Fertigstellung aller Voraussicht nach die gebotenen 15 Millionen vom Bund übersteigen würden. 

Scheider wartet auf versprochene E-Mail
Scheider weiß allerdings nichts von den Plänen, auf die man im Sportministerium wartet. "Da müssen sie den Mertel (Manfred, SPÖ-Sportstadtrat, Anm.) fragen, der ja für uns die Verhandlungen mit Wien führt." Der Bürgermeister wartet unterdessen nach wie vor auf eine versprochene E-Mail mit der Bestätigung, dass man das Stadion fertigbauen dürfe. 

Jetzt müssten zuerst einmal die Kosten eruiert werden und "bei der Planung wird sich zeigen, wie viel es tatsächlich kostet und was bei der Stadt bleibt. Wir können aber keine zusätzlichen Baukosten übernehmen", betont der FPK-Politiker.

SPÖ und Grüne fordern sofortigen Rückbau
Genau das war auch der ausschlaggebende Grund für Mathiaschitz und Mertel, ihre Meinung im Bezug auf den Stadionausbau zu ändern. Sie berufen sich auf Zahlen des Stadionbetreibers - der Sportpark-Ges.m.b.H - wonach "die Permanentmachung des Stadions 23 Millionen Euro kosten würde", und sprachen sich für den sofortigen Rückbau aus. Diese Vorgehensweise ist für Scheider unverständlich: "Beim Mertel tu' ich mir schon ein bisschen schwer, das nachzuvollziehen. Einerseits fordert er den Rückbau, andererseits sagt er in einem Interview dass die Zusage vom Bund noch etwas ändern könnte."

Viel zu schön, um zu verkleinern
Noch vor der EURO 2008 war alles eindeutig geregelt. In dem Vertrag, den Bund, Land Kärnten und Landeshauptstadt geschlossen hatten wurde fixiert, dass die 32.000 Besucher fassende Arena nach der EM sofort um eine Etage niedriger gemacht und so auf 12.000 Plätze verkleinert wird. 

Nach der Europameisterschaft wollten der damalige Bürgermeister Harald Scheucher (ÖVP), der damalige Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) und Scheider vom vereinbarten Rückbau plötzlich nichts mehr wissen. Das Stadion sei viel zu schön, um den Oberrang wieder abzutragen, verkündeten die drei öffentlich. Seitdem reißt das Tauziehen um das Stadion nicht ab.

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