11.02.2019 13:20 |

Nach Baby-Auszeit

Strache: Jeder Vater sollte Papamonat haben dürfen

Vizekanzler Heinz-Christian Strache ist aus dem Papamonat zurück. Die Zeit mit seinem neugeborenen Sohn Henrik hat ihm offenbar so gut gefallen, dass er auch anderen Männern diese Zeit mit ihren Kindern ermöglichen will: Bei einer Rede sprach er sich dafür aus, dass alle Väter die Option haben sollten, nach der Geburt einen Monat mit ihren Kleinen Zuhause zu verbringen. Das würde der Wirtschaft nicht viel kosten, sei aber eine echte familienpolitische Verbesserung.

Die kurze Auszeit von der Politik habe dem Vizekanzler gutgetan. Selbst im „reiferen Alter von 49 Jahren“ habe er durchaus positive Erfahrungen gemacht. Der Papamonat sei wichtig gewesen, um eine Bindung zum gemeinsamen Sohn zu entwickeln. Nun sei er wieder beruflich im Einsatz, werde aber „jede freie Minute der Familie zur Verfügung stehen“.

Strache will österreichische Regelung statt EU-Richtlinie
Der Papamonat für alle sei in Planung, Strache erklärte allerdings: „Wir sind noch nicht zu einer gemeinsamen Lösung gekommen.“ Dennoch sei der Vizekanzler optimistisch, dass es zu einer gemeinschaftlichen Regelung mit dem Koalitionspartner kommen werde. Dafür müsse man auch keine EU-Richtlinie abwarten, die einen Vaterschaftsurlaub von zehn Tagen vorsieht, sondern er bevorzuge eine österreichische Regelung. „Alles was wir selbst lösen können, ist immer gut.“

Angesprochen auf die finanziellen Anreize, mit denen Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban die Ungarinnen dazu bewegen will, mehr Kinder zu gebären, sah Strache keine Notwendigkeit, entsprechendes auch hierzulande anzubieten. Vielmehr verwies er auf den jährlichen Familienbonus von 1.500 Euro pro Jahr und Kind sowie auf die Familienbeihilfe, wodurch die Eltern - ohne Kredit - noch stärker unterstützt würden.

Bei seinem ersten öffentlichen nach seiner Auszeit besuchte er die Wiener Polizeischüler in der Marrokanerkaserne. Er versicherte den jungen Beamten, “immer ein offenes Ohr„ für ihre Anliegen zu haben.

Strache stolz auf neue Sicherheitsausrüstung der Exekutive
Die Österreicher würden sich laut Strache mehr Polizisten auf den Straßen wünschen. Dem wäre von den Vorgängerregierungen nicht ausreichend entsprochen worden. „Wir haben mit einer Aufnahmeoffensive 4.000 neue Planstellen bei der Polizei geschaffen, davon allein 2.000 Ausbildungsplanstellen“, betonte der Vizekanzler, der auf die nunmehr bessere Ausrüstung durch Stichschutzwesten, neue Langwaffen sowie Bodycams verwies. Auch bei der Bezahlung werde er sich weiterhin für die Beamten einsetzen.

Strache wies die Kritik mancher Experten an der Strafrechtsreform zurück. Es könne nicht sein, dass man sagt, Straftaten finden immer statt und da gibt es keine abschreckende Wirkung und wir müssten das quasi hinnehmen. Das könne er nicht nachvollziehen. “Wer sich an der Integrität anderer Menschen vergreift, der hat auch mit entsprechenden Konsequenzen zu rechnen."

Ebenso sagte Strache seinem Parteikollegen und Innenminister Herbert Kickl seine Unterstützung bei dessen Bemühungen zu, straffällige Asylwerber leichter abzuschieben. Bei Raub, Diebstahl und schwerer Körperverletzung könne man diese nach den geltenden EU-Gesetzen nicht außer Landes bringen. Dies sei zu ändern, denn diese hätten Österreich zu verlassen.

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