Sieben Bezirksvorsitzende und die Arbeitnehmervertreter stehen hinter der Kandidatur von Helmut Manzenreiter. Für Peter Kaiser deklarierte sich zumindest Rudolf Schober vom Bezirk-Klagenfurt Land. Der Spittaler Vorsitzende Gerhard Köfer sprach sich aber gegen eine Abstimmung im Parteipräsidium aus: "Es soll gleiche Chancen für beide Kandidaten geben." Sein Vorschlag wurde dann auch angenommen.
Der scheidende Parteichef Rohr rief die Partei zur Einigkeit auf, die "schlechte Tradition", dass Kandidaten bereits kurz nach der Kür zum Chef wieder von den eigenen Leuten angegriffen werden, endlich zu beenden. "Das hat es die letzten 20 Jahre gegeben, damit muss jetzt Schluss sein."
Manzenreiter verzichtet "sicher nicht"
Helmut Manzenreiter, der an der Sitzung nicht teilnahm, bekräftigte: "Ich bin Kandidat am 27. März beim Parteitag." Er sei von der "überwältigenden Mehrheit der Bezirke" vorgeschlagen worden und nehme diesen Auftrag an. Er meinte zudem, es habe ihn auch niemand dazu aufgefordert, zugunsten von jemand anderem zu verzichten. Gefragt, ob er eventuell verzichten würde, sagte er: "Sicher nicht, ich kandidiere."
Kaiser sieht "Wettstreit der Ideen"
Kaiser will Ruhe in die Partei bringen und die Erneuerung vorantreiben, die in den vergangenen Monaten begonnen worden sei. Ein "Durchgriffsrecht" in personellen Fragen, wie es Manzenreiter dem Vernehmen nach gefordert hat, lehnt der Klagenfurter ab. "Ich brauche kein Durchgriffsrecht, ich bin ein Teamspieler.
Personelle Entscheidungen sollten vom Vorsitzenden gemeinsam mit den Gremien getroffen werden. Dies gelte seiner Ansicht nach auch für seinen Konkurrenten. Kaiser lehnt den Begriff "Kampfabstimmung" jedenfalls kategorisch ab, er sieht das Antreten zweier Personen lieber als "Wettstreit der Ideen".
Manzenreiter leichter Favorit
Wer von den beiden sich am Parteitag durchsetzen wird, ist derzeit schwer einschätzbar. Die meisten Beobachter sehen leichte Vorteile für Manzenreiter. Allerdings könnte er durch seine öffentliche Kritik an möglichen Konkurrenten auch einige Genossen verärgert haben.
Dass bis zum Ende der Nennfrist am 5. März noch ein ernstzunehmender Kandidat auftaucht, ist nicht zu erwarten. Der Parteitag steigt am 27. März.
Politische Gegner sehen Chaos und Streit
Heftike Kritik kam erwartungsgemäß von den anderen Parteien. "Ein echter Spiegel der internen Zerrissenheit und des nach wie vor herrschenden Chaos in der SPÖ", bewertet FPK-Klubobmann Kurt Scheuch die bevorstehende Kampfabstimmung zwischen Manzenreiter und Kaiser. Ähnlich BZÖ-Chef Josef Bucher: "Die SPÖ versinkt weiterhin in Chaos und Streit. Die bevorstehende Kampfabstimmung ist symptomatisch für den Zustand der Kärntner SPÖ, die seit 30 Jahren ständig streitet."
"Die SPÖ ist rund ein Jahr nach der Landtagswahl noch immer mit sich selbst beschäftigt. Die SPÖ ist nicht in der Lage für das Land wesentliche Entscheidungen zu treffen", so ÖVP-Landesparteisekretär Achill Rumpold. Der künftige SPÖ-Vorsitzende werde die Verantwortung für die "drastische Finanzlage Kärntens" übernehmen und sich an der "Aufräumarbeit" beteiligen müssen.
Trotz der heftigen Kritik blieb SPÖ-Klubchef Herwig Seiser gelassen: "Die panikartigen Aussendungen der schwarz-blauen Chaostruppe belegen, dass die Nerven blank liegen, weil sie gerne weiter einen Keil in die SPÖ-Kärnten treiben wollen."
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.