Mi, 12. Dezember 2018

Regierung greift durch

03.12.2018 05:55

Viel Applaus für Verbot von Plastiksackerln

Die Ansage der Bundesregierung, Einweg-Plastiksackerln ab 2020 gänzlich zu verbieten, stößt selbst in der Opposition auf Zustimmung. Auch Umweltorganisationen, die Türkis-Blau sonst zumeist kritisch gegenüberstehen, loben das Vorhaben. Politisch eingetütet soll das Sackerlverbot am Mittwoch im Ministerrat werden.

Sei es nun wegen Tempo 140 auf Autobahnen, des lange geplanten Abdrehens überlanger Umweltverträglichkeitsprüfungen oder der Idee, Wirtschaftswachstum zum„Staatsziel“ zu erheben: In ihrer knapp einjährigen Amtszeit verging kaum eine Woche, in der die türkis-blaue Regierung nicht von Umweltschützern attackiert wurde - bis jetzt. Denn das am Sonntag via „Krone“ publik gewordene Vorhaben, ab 2020 Plastiksackerl zu verbieten, stößt nun auf breite Zustimmung.

Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit freut sich, dass „dem Wegwerfsackerl ein Ende gesetzt wird“. Selbst die Opposition richtet - wenn auch zaghaft - Lob aus: „Bis dato ist die Regierung in Klimafragen säumig. Das Plastiksackerlverbot geht nun aber in die richtige Richtung, diesen Vorschlag unterstütze ich grundsätzlich“, sagt SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner.

NEOS-Umweltsprecher Michael Bernhard sieht - wie auch die krone.at-User - „einen wichtigen Schritt“. Dasselbe erklärt WWF-Frontfrau Hanna Simons. Sie mahnt allerdings ein, dass nun „nachhaltige Mehrweg-Alternativen“ entwickelt werden müssten. Ansonsten sei das Verbot nicht zwingend eine Verbesserung, sagt sie.

Gespräche mit Handel starten im Jänner
Geschehen soll dies unter anderem in Treffen zwischen Umweltministerin Elisabeth Köstinger, Kanzler Sebastian Kurz (beide ÖVP) und hochrangigen Handelsvertretern. Laut Umweltressort starten diese Verhandlungen, in denen „Hilfestellungen“ für den Handel erarbeitet werden, aber erst im neuen Jahr.

Bis dahin gilt es wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, kritisierte etwa das Verbot in einer ersten Reaktion. Nachsatz: Man werde aber „damit leben müssen“. Noch deutlicher ist die Wirtschaftskammer: „So ein Verbot ist nicht notwendig“, heißt es da.

Die Regierung lässt sich davon nicht abbringen: Schon am Mittwoch wird das Verbot im Ministerrat zwischen ÖVP und FPÖ fixiert.

Klaus Knittelfelder, Kronen Zeitung/krone.at

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