Sieben Stunden lang haben am Samstag mehr als 120 Feuerwehrleute unter erschwerten Bedingungen gegen einen riesigen Feldbrand gekämpft. Eine Fläche von rund 35 Hektar stand in Flammen, erst nach schweißtreibenden sechs Stunden konnten die ersten Kräfte abgezogen werden. Zwei Feuerwehrmitglieder mussten ins Spital gebracht werden.
Um kurz vor 13 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Mannswörth, Schwechat und Schwadorf zu einem Vegetationsbrand alarmiert, wie die Mannswörther Florianis am Samstagabend – nach dem erfolgreichen Einsatz – auf Facebook posteten: „Zum Zeitpunkt der Alarmierung war den Einsatzkräften noch nicht das Ausmaß des Brandes bewusst.“
Schon bei der Anfahrt war eine massive Rauchsäule am Himmel zu sehen. Schnell entschied man sich, weitere Feuerwehren – Ebergassing, Fischamend, Himberg, Kledering, Rannersdorf und Rauchenwarth – zur Unterstützung zu rufen, um die „sehr rasch laufenden Flammen“ unter Kontrolle zu bringen. Auch ein anwesender Bauer unterstützte die Einsatzkräfte – indem er bei den angrenzenden Feldern die Frucht umgrub.
Pendelverkehr zu Hydranten
Durch die extrem belastenden Temperaturen jenseits der 30 Grad und das schiere Ausmaß des Brandes waren die zehn Feuerwehren gefordert – unter anderem die Betriebsfeuerwehr des Flughafens, die sogar mit dem Löschfahrzeug Panther anrückte. Die Wasserversorgung wurde durch einen eingerichteten Pendelverkehr zu den nächstgelegenen Hydranten im Concorde Business Park Schwechat sichergestellt.
Ungewöhnlich ist, dass bei dem Brand auch das Flughafenlöschfahrzeug Panther 8x8 im Einsatz war.
Einige eindrucksvolle Daten: zwei je 700 PS starke Motoren, 52 Tonnen Gewicht, Platz für 19.000 Liter Löschmittel, in weniger als 25 Sekunden von 0 auf 80 km/h, dazu eine Pumpenleistung von 10.000 Litern pro Minute.
Dieses Modell vom heimischen Hersteller Rosenbauer ist beispielsweise auf den Airports in Dubai und Paris-Charles-de-Gaulle im Einsatz.
Baumstämme brannten schon von innen
Im Einsatz war auch die Drohnengruppe der Feuerwehr Himberg, die feststellte, dass rund 35 Hektar Feld und zwei Wundschutzgürtel mit mehreren Hundert Metern in Brand standen. Hier mussten weitere Glutnester aufgespürt und gezielt abgelöscht werden. „Baumstämme, die zum Teil schon innen brannten, mussten gefällt werden“, so die Feuerwehr.
Zwei Feuerwehrleute im Spital
Die enorme Hitze aufgrund des Brandes und der ohnehin prekären Temperaturlage forderte auch bei den Feuerwehrleuten ihren Tribut: Während der Arbeiten erlitten vier Mitglieder leichte – der Hitze geschuldete – gesundheitliche Probleme und wurden vom Roten Kreuz Schwechat betreut, zwei weitere mussten sogar ins Spital gebracht werden.
„Nach extrem schweißtreibenden sechs Stunden im Einsatz konnten die ersten Kräfte wieder abgezogen werden“, hieß es weiter. Gegen 20 Uhr war der Einsatz beendet. Mehr als 120 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen.
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