Baidu war vergangene Woche Opfer eines Angriffs von Hackern geworden, die sich selber "Iranische Cyber-Armee" nennen. Die Hacker hatten für ihren Angriff DNS-Rechner (Domain Name Server) in den USA manipuliert, sodass Nutzer beim Aufrufen der Adresse auf eine andere Website umgeleitet wurden.
Dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist laut Baidu die Schuld des amerikanischen Domain-Verwalters register.com. Wegen "grober Nachlässigkeit" des US-Unternehmens sei die Software hinter der Suche von Baidu "illegal und boshaft geändert" worden, so der chinesische Konzern. Nutzer seien über mehrere Stunden nicht in der Lage gewesen, die Suchseite zu nutzen, was Baidu großen Schaden zugefügt habe.
Die Klage gegen den US-Dienstleister erfolgt vor dem Hintergrund des Streits zwischen Google mit den chinesischen Behörden über einen Hacker-Angriff im Dezember auf den US-Internetkonzern. Die Attacke, die laut Google aus China kam, veranlasste das Unternehmen, sein Engagement in dem Wachstumsmarkt zu überdenken. So kündigte Google an, seine Suchergebnisse in China künftig nicht mehr selber zensieren zu wollen. Dafür wird sogar einen Rückzug aus China in Kauf genommen.
Der Sprecher des Außenministeriums, Ma Zhaoxu, erklärte darauf, es werde für Google "keine Ausnahme" gemacht. Der Internetkonzern müsse sich in China an die Gesetze halten. Dass die Hacker-Angriffe aus China stammen, wie Google angab, sehen die chinesischen Behörden als unbewiesen an. Google hat in China nur 33 Prozent Marktanteil, während Baidu mit 63 Prozent Marktführer ist.
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