Di, 23. Oktober 2018

Interstellarer Gast

25.09.2018 13:00

Forscher fanden mögliche Heimat von „Oumuamua“

Forscher haben vier mögliche Heimatsterne des ersten nachgewiesenen Besuchers aus einem anderen Sonnensystem gefunden: Sie verfolgten dazu die Flugbahn von „Oumuamua“ - so der Name des Objekts, das vor rund einem Jahr entdeckt wurde und bei dem es sich offenbar um einen Kometen handelt - zurück.

Möglich wurden die neuen Berechnungen unter anderem durch eine Entdeckung vor rund drei Monaten, teilte das Max-Planck-Institut für Astronomie am Dienstag in Heidelberg mit. Damals fanden Wissenschaftler heraus, dass aus dem zigarrenförmigen Objekt zeitweise Gase entweichen, deren Effekt mit einem sehr schwachen Raketenantrieb vergleichbar seien. Dies half ihnen entscheidend bei der Berechnung der Flugbahn von „Oumuamua“, wie die Forscher im Fachmagazin „Astrophysical Journal“ berichten.

Flugbahn 6,3 Millionen Jahre zurückverfolgt
Das Team unter der Leitung von Coryn Bailer-Jones hatte zudem Datensätze mit Angaben zu rund 1,3 Milliarden Sternen ausgewertet. Diese waren innerhalb der „Gaia“-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA erhoben worden. Unter anderem berechneten die Forscher, inwiefern die Anziehungskräfte anderer Sterne die Flugbahn des interstellaren Objekts voraussichtlich beeinflusst haben. Das Forscher-Team verfolgte die Flugbahn von „Oumuamua“ bis zu 6,3 Millionen Jahre zurück.

Animation zeigt Flugbahn von „Oumuamua“

Abgeschlossen ist die Suche jedoch noch nicht: 2021 sollen ausführlichere Datensätze zu weiteren mehreren Millionen Sternen veröffentlicht werden, die genauere Rückschlüsse auf die Herkunft des mehrere Hundert Meter langen interstellaren Besucher zulassen könnten.

Stellare „Zigarre“ wurde 2017 entdeckt
Astronomen hatten „Oumuamua“ im Oktober 2017 entdeckt - just als er dabei war, unser Sonnensystem wieder zu verlassen. Sie hatten gerade noch Zeit, die Bewegungen des Objekts mit Teleskopen zu vermessen.

 krone.at
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