30.10.2009 16:32 |

Antennen statt Augen

Forscher finden auf Lanzarote neue Grottenkrebs-Art

Deutsche Forscher haben auf der Vulkaninsel Lanzarote einen bislang unbekannten räuberischen Grottenkrebs (Bild) entdeckt. Bei der Tauchexpedition zur Erkundung eines Höhlensystems stieß das Team der Tierärztlichen Hochschule Hannover zudem auf zwei neue Arten von Ringelwürmern, berichteten die Wissenschaftler in einer Sonderausgabe des Fachblatts "Marine Biodiversity".

Die räuberischen Grottenkrebse besitzen statt Augen lange Antennen. Damit können sie in dunklen Meereshöhlen alle Richtungen ertasten. Ihr Kopf ist mit drei Paaren mächtiger Fangarme ausgestattet, wobei das erste Paar auch Giftklauen hat. Die neu entdeckte Art wurde nach dem Höhlensystem benannt, in dem sie lebt. Sie trägt den Namen Speleonectes atlantida, übersetzt etwa "Höhlenschwimmer von Atlantida".

Die Grottenkrebse zählen nach Auskunft der Hochschule zu den bemerkenswertesten zoologischen Funden der vergangenen drei Jahrzehnte. Die ersten Exemplare dieser Krebstiergruppe wurden 1979 während eines Tauchgangs in einem Höhlensystem auf Grand Bahama entdeckt, einer Insel des Bahamas-Archipels. Insgesamt sind bis dato 22 Arten bekannt.

Die ebenfalls bisher unbekannten vielborstigen Ringelwürmer gehören zu den Familien der Nerillidae und der Sylliden, wie Prof. Stefan Könemann aus dem Institut für Tierökologie und Zellbiologie erklärte. Sie bekamen die wissenschaftlichen Namen Meganerilla cesari und Sphaerosyllis iliffei.

Foto: Ulrike Strecker (naturalanza.com)

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