„Krone“-Kommentar

Viel Show, wenig Substanz

Kolumnen
15.07.2026 05:00

Pompöser hätte die Parade zum französischen Nationalfeiertag kaum ausfallen können. Offizieller Hintergrund für den besonders hohen Aufwand war ein Treffen der sogenannten „Koalition der Willigen“, also jener Staaten, die in besonderer Weise die Ukraine in ihrem Abwehrkrieg gegen Russland unterstützen. Daher war auch der ukrainische Präsident Zelenskij in Paris als Gast dabei.

Ebenso wichtig war aber wohl, dass es für Emmanuel Macron die letzte derartige Parade in seiner Funktion als französischer Staatschef war. Sie leitet quasi seinen Abschied aus dem Élysée-Palast ein. Im kommenden Frühjahr sind Wahlen und die rechtsnationale Marine Le Pen hat realistische Chancen auf einen Sieg. Was das für die Unterstützung der Ukraine bedeuten würde, ist offen.

Im Moment benötigt die Ukraine vor allem Flugabwehrsysteme, am besten amerikanische Patriotraketen plus Abschussbasen. Die sind aber nicht in Sicht.

Die Amerikaner produzieren zu langsam und benötigen die Raketen im Nahen Osten selber. Die Griechen und die Spanier, die über ausreichend Systeme verfügen, weigern sich, diese an die Ukraine abzutreten. Der polnische Regierungschef Tusk hat sich schwere innenpolitische Rügen anhören müssen, weil er Kiew aushelfen wollte. Und Trumps Zusage an die Ukraine, diese dürfe in Lizenz selbst Patriotsysteme bauen, ist ein langfristiges Projekt. Kurzfristig ist also keine Lösung in Sicht.

Es war in Paris also viel Show und wenig Substanz.

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