Mo, 18. Juni 2018

Grafikkarten-Wucher

21.03.2018 13:56

Miner-Hersteller: „Gamer sollen selber schürfen!“

Käufer von Gaming-PCs und Grafikkarten haben es zuletzt zu spüren bekommen: Die anhaltend hohe Nachfrage nach Grafikkarten durch Krypto-Jünger, die mit ihnen beim „Mining“ Bitcoins und andere digitale Gelder erzeugen, hat für enorme Preissteigerungen gesorgt. Wer heute eine Geforce GTX 1060 anschafft, muss dafür 100 Euro mehr auf den Tisch legen als kurz nach der Markteinführung im Sommer 2016. Ein Hersteller von Mining-Hardware rät deshalb, kurzerhand selber zu schürfen.

Der durch die hohe Nachfrage bei Kryptogeld-Schürfern ausgelöste Wucher bei Grafikkarten dauert an. Selbst Grafikkarten, die schon seit zwei Jahren auf dem Markt sind, sind heute deutlich teurer als bei Markteinführung – und ein Ende der Preistreiberei ist derzeit nicht in Sicht.

„Ich fühle mit den Gamern, ich bin ja selbst einer“
Beim IT-Magazin „Digital Trends“ hat man anlässlich der anhaltenden Grafikkarten-Dürre bei einem Hersteller von Mining-Hardware nachgefragt, was er von dieser Entwicklung hält. Josh Riddett vom Hersteller Easy Crypto Hunter, der Grafikkarten in sogenannte Miner verbaut, antwortete: „Ich fühle mit den Gamern, ich bin ja selber einer.“

Was er ob der horrenden Grafikkartenpreise dann empfahl, dürften manche Gamer allerdings als blanken Hohn begreifen. Riddett: „Die Wahrheit ist, dass niemand mehr ein Pferd reitet, wenn es Autos gibt. Manchmal muss man eben mit der Zeit gehen. Es ist mir bewusst, dass eine Grafikkarte heute doppelt so teuer ist wie zuvor. Das stinkt, aber sie kann sich auch binnen eines Jahres abbezahlen.“

„Beim Schürfen bezahlt sich die Grafikkarte selbst“
Damit meint der britische Miner-Hersteller natürlich, dass Gamer ihre Grafikkarten halt nicht nur zum Spielen, sondern auch für die Erzeugung digitaler Gelder verwenden sollten. Riddett rät Gamern: „Es ist sehr einfach, den Computer über Nacht schürfen zu lassen, wenn man ihn nicht benutzt. Dann bezahlt sich die Grafikkarte effektiv selbst.“

So effektiv wie Riddett schürfen Gamer mit ihrer eigenen Grafikkarte allerdings wohl nicht. Seine Firma hat sich auf den Bau hochgezüchteter Mining-Hardware spezialisiert, in die gleich mehrere Top-Grafikkarten vom Schlage einer Geforce GTX 1080 Ti eingebaut werden. Spielen kann man auf so etwas nicht, dafür ist das System höchst effektiv bei seinem einzigen Zweck, der digitalen Gelderzeugung.

 krone.at
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