07.10.2009 16:55 |

"War überfordert"

Vizebürgermeister manipulierte Wahl - Postwurf an Bürger

Das gab's noch nie: In Dellach im Drautal hat der SPÖ- Vizebürgermeister die Bürgermeisterwahl am 1. März manipuliert, um sich den Chefsessel in der Gemeindestube zu sichern! Und der Betrug gelang. Jedoch war das schlechte Gewissen zu groß - jetzt flatterte den Dellachern ein Entschuldigungs-Postwurf ins Haus.

Fünf Stimmen trennten am Wahlsonntag die Kandidaten von ÖVP und SPÖ, bei der Stichwahl setzte sich der "rote" Vizebürgermeister mit 58 Prozent durch.

Schon bei der Auszählung der Stimmen machten Gerüchte über Wahlbetrug die Runde, denn in einem Sprengel hatte der SPÖ-Mann gut drei Viertel der Stimmen erreicht, während in einem anderen der ÖVP-Kandidat weit vorne lag.

Stimmzettel lagerten in Amstsstube
Es folgte eine anonyme Anzeige, Ermittlungen wurden aufgenommen. Nun konnten die Männer des Büros für Interne Angelegenheiten den Betrug feststellen. Konkret geht's dabei um die Stimmzettel des Vorwahltages, die eine Woche lang in der Amtsstube lagerten und zu denen Egger als Gemeindesekretär auch jederzeit Zugang hatte.

Entschuldigung per Postwurf
Noch bevor der Wahlbetrug öffentlich wurde, entschuldigte sich der Betroffene mittels Postwurf. Der Dellacher ist seit der Wahl im Krankenstand: "Mein Mann ist nicht ansprechbar. Alles was im Postwurf steht, stimmt", so die Frau des Dellachers, "Er war überfordert, weil er als Vizebürgermeister alles alleine machen  musste."

Enttäuscht reagierte der gewählte Bürgermeister Johannes Pirker: "Das ist die schlimmste Demokratieverletzung." Die Staatsanwaltschaft muss nun klären, ob gegen den Drautaler Anklage wegen Amtsmissbrauchs oder Wahlbetrugs erhoben wird.

von Hannes Wallner, ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
Symbolbild

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