Es ist ein Hauch von Luxus: Ein Bildschirm im Auto zeigt jederzeit an, wo man sich genau befindet, und zeigt an, wie man am schnellsten an sein Ziel kommt. Egal, wie verschlungen die Pfade auch sein mögen. Satellitennavigation macht’s möglich – sogar mit einem schlichten PDA!
Also, faszinierend ist es ja schon: Man hängtseinen PDA ins Auto, steckt den GPS-Empfänger an und losgeht's. Und das grob gesagt um einen halben Tausender. Fix eingebauteNavigationssysteme kosten ein Vielfaches, und die kann man nichteinmal als normalen PDA nutzen, wenn man sie gerade nicht zumNavigieren braucht. Krone.at hat zwei Navigations-Packages unterdie Lupe genommen: den Yakumo Co-Pilot Professional und das Medion-Navigationssystem.
Ausstattung Im Prinzip sind die beiden baugleich, es handeltsich um gute PDAs mit 400 MHz Intel Prozessor, 64 MB SDRAM Arbeitsspeicher(48 MB verfügbar), vier Schnellstarttasten, Mikrofon, Lautsprecher,3,5" Display (240 x 320 Pixel), Pocket Word, Pocket Excel u.V.m.Beide sind problemlos mit dem PC zu verbinden, Outlook lässtsich blitzschnell synchronisieren.
Der kleine Unterschied Doch in einem entscheidenden Punkt unterscheidensie sich: Medion liefert sämtliche Navigations-Software aufzwei extra Speicherkarten a 256 MB, Yakumo verzichtet leider aufdiesen Luxus. Hier werden die Landkarten nur auf CD-ROMs geliefert,vor Fahrtantritt muss man sich am PC mühsam das StückLandkarte herunterrechnen lassen und auf den PDA überspielen,das man braucht. Hier stößt man schnell an die Kapazitätsgrenzendes Arbeitsspeichers des Gerätes. So übersteigt dieKarte von ganz Österreich die Möglichkeiten um ein Vielfaches.
Handhabung Per Saugnapf werden beide Geräte an die Windschutzscheibegehängt, dort halten sie sehr gut, der Saugnapf hältdauerhaft. Der Satellitenempfänger wird unter die Scheibegelegt. Etwas lästig ist die Kabelei: PDA und Satelliten-Empfängerwerden mit dem Zigarettenanzünder verbunden. Außerdemrutschte im Test der Stecker gerne mal aus der Anzünder-Buchse.Wenig durchdachtes Detail: Zieht man den PDA aus seiner Autohalterung,öffnet sich das Akkufach und der Deckel fliegt davon. DieBedienung per Plastikstift ist einfach, das Navigationssystembeinahe selbsterklärend. Schade nur, dass man jeden Buchstabeneinzeln löschen muss, wenn man - nach Erreichen eines Fahrtzieles- ein neues Ziel eingeben möchte.
Navigation Eines vorweg: Es ist herrlich, sich nicht um denWeg kümmern zu müssen, obwohl man sich nicht auskennt.Eine sympathische Frauenstimme (manche Männer sagen, dasist die einzige Frau, auf die sie hören) erklärt, woes langgeht, und führt einen bis ans Ziel. Nur manchmal schicktsie den Fahrer etwas in die Irre, denn die Navigationssoftwareist nicht ganz frei von Fehlern. So wurde ein Tester an einerKreuzung, über die man geradeaus drüber fahren sollte,zum Rechtsabbiegen genötigt, 500 Meter weiter zum Umkehren,um dann an besagter Kreuzung wieder rechts abzubiegen. Macht inSumme einen Umweg von einem Kilometer. Unnötig. Die Medion-Softwareist etwas aktueller und hat deutlich weniger Fehler.
Der vom PDA ausgewählte Weg ist nicht unbedingtder schnellste, ein ortskundiger Autofahrer ist oft im Vorteilgegenüber der Technik. Weicht man vom vorgegebenen Weg ab,wird die Strecke blitzschnell neu berechnet. Weicht man also einemStau aus, sucht der PDA automatisch einen neuen Weg (außerdemlässt sich ein Streckenabschnitt auf der Karte kurzzeitigsperren).
Die Fahrtanweisungen sind o.k., könnten abermanchmal etwas hilfreicher sein, z.B. ist es einfacher, der Anweisung"an der nächsten Abzweigung Richtung ... weiterfahren" als"bitte den rechten Spuren folgen" zu folgen.
Wenn sich der PDA plötzlich sträubt Der Yakumo hat häufig Probleme damit, ein eingegebenesZiel zu finden (Fehlermeldung: "Ziel isoliert"). Meist findeter es, wenn man sich einen Kilometer wegbewegt, plötzlichdoch.
Der Medion kennt dieses Problem nicht, jedoch musser komplett neu gestartet werden, wenn er ausgeschalten wurdeoder kurzzeitig keinen Strom bekommt (zum Beispiel, weil das Netzkabelmal wieder aus dem Zigarettenanzünder gerutscht ist). Grund:Der PDA unterbricht die Stromversorgung zur Speicherkarte. DiesesProblem lässt sich aber lösen, indem man einen Patchinstalliert, den Medion auf Anfrage zuschickt.
Konkrete Ziele Als Zieleingabe werden nicht nur Adressen akzeptiert,sondern sogar Restaurants, Geschäfte oder Krankenhäuser.Sogar Tankstellen an der Strecke werden angezeigt.
Tolles Display Sehr angenehm ist, dass beide Testkandidaten deneigenen Standort in einer Landkarte anzeigen, wahlweise sogarmit eingeblendeten Straßennamen, der Maßstab lässtsich einstellen. Wem das zu viel Information ist, der schalteteinfach um, dann zeigt ein roter Pfeil auf blauem Grund die Richtungan.
Fazit: hilfreich, aber nicht problemlos Wer viel unterwegs ist und mit dem Kabelsalat imAuto auskommt, dem ist mit einem mobilen Navigationssystem geholfen.Dabei ist der Medion dem Yakumo vorzuziehen, schon allein deshalb,weil er die Navigationssoftware auf zwei externen Speicherkartenmitbringt.
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