Ziel des Astronomie-Jahres ist, das Weltall für jeden erlebbar zu machen - Millionen Menschen sollen Galileis bahnbrechende Entdeckungen durch Himmelsbeobachtungen an Sternwarten, Vorträge und Ausstellungen nachvollziehen. Die Teilnehmer werden dabei eintauchen in die Geschichte der Himmelskunde, aber auch von den Fortschritten in der modernen Astronomie erfahren. Denn seit Galilei durch sein Fernrohr blickte und der Astronom Johannes Kepler ebenfalls 1609 sein wegweisendes Buch "Astronomia nova" veröffentlichte, haben die Wissenschafter unser Bild vom Universum gleich mehrfach revolutioniert.
Galileis bahnbrechende Entdeckung
Gerade mal 42 Millimeter Durchmesser besaß die Linse des Fernrohrs, das Galilei zum Firmament richtete. Bei nur rund 20-facher Vergrößerung erkannte er unter anderem, dass unser Schwesterplanet Venus sichelförmig erscheint. Dieses Phänomen barg erheblichen Sprengstoff: Denn erklärbar ist die Sichelgestalt der sonnennahen Venus aus unserem Blickwinkel nur, wenn sich alle Planeten um die Sonne drehen und nicht etwa Sonne und Planeten um die Erde. Dass die Sonne im Mittelpunkt des Sonnensystems steht, hatte bereits im 16. Jahrhundert der Astronom Nicolaus Copernicus herausgefunden. Doch trotz der Beobachtungen Galileis setzte sich diese Erkenntnis erst Ende des 17. Jahrhunderts endgültig durch.
Freilich war die Revolution des Copernicus, die nicht weniger als die Verbannung der Erde aus dem Mittelpunkt des Kosmos bedeutete, nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum modernen Verständnis des Universums. Mit immer besseren Instrumenten und Beobachtungsmethoden fanden die Astronomen heraus, dass unser Sonnensystem nur winziger Teil einer gigantischen Welteninsel ist: unserer Milchstraße. Im nächsten Schritt erkannten die Forscher, dass die Milchstraße wiederum nur eine von Abermilliarden Galaxien im All darstellt - und dass das Universum beständig expandiert.
Immer bessere und größere Teleskope
Die Teleskope, die diese Entdeckung möglich machten, waren die Nachfolger von Galileis Fernrohr - auch wenn sie technologisch ihren Urahn längst um Lichtjahre überholt hatten. Im Rennen um den Bau immer größerer Instrumente wurden die Linsenfernrohre schnell von den lichtstärkeren Spiegelteleskopen überholt. Bereits 1949 wurde auf dem Mount Palomar in den USA ein solches Teleskop mit damals nahezu unvorstellbaren fünf Metern Spiegeldurchmesser errichtet. Seine Empfindlichkeit war so hoch, dass es das Licht einer Kerze in 5.000 Kilometer Entfernung registriert hätte.
Doch auch das Palomar-Teleskop ist heute Geschichte. Die neue Generation der Riesenspäher besitzt Spiegel mit acht Metern Durchmesser und mehr - darunter das "Very Large Telescope" der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile mit vier zusammenschaltbaren Spiegeln von je 8,2 Metern Durchmesser, und die Keck-Teleskope mit zwei Zehn-Meter-Spiegeln auf dem Mauna Kea auf Hawaii. Schon gibt es ESO-Pläne für ein Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von sage und schreibe hundert Metern.
Weltraumteleskop "Hubble" liefert fantastische Bilder
Fantastische Bilder aus dem All liefert zudem schon seit Jahren das Weltraumteleskop "Hubble", das mit seinem 2,4-Meter-Spiegel die Erde umrundet und ohne Störungen durch die Atmosphäre ins All spähen kann. 2013 soll "Hubble" durch das "James-Webb-Space-Telescope" mit seinem 6,4-Meter-Spiegel abgelöst werden. Damit wird der "Hubble"-Nachfolger noch weiter in den Kosmos vordringen - fast bis zum Anfang des Universums.
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